Montag, Dezember 6, 2021
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Gesundheitsminister: Berechenbare Operationen landesweit verschieben

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Angesichts der kritischen Lage in Bayern, Sachsen und Thüringen könnten bereits erste Patienten in Kliniken im Norden und Westen verlegt werden. Nach dem Willen der Gesundheitsminister sollen bundesweit planbare Operationen verschoben werden.

Aufgrund der sich zuspitzenden Corona-Situation in weiten Teilen Deutschlands sollen nach dem Willen der Gesundheitsminister von Bund und Ländern geplante Operationen bundesweit verschoben werden. In vielen Bundesländern ist dies bereits der Fall.

Der Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, Bayerns Ressortchef Klaus Holetschek, berichtete nach einer Wechselkonferenz, die Länder hätten sich darauf geeinigt. Es braucht auch Flatrates für die Kliniken, wenn sie Intensivbetten und Klinikpersonal für Covid-19-Patienten freihalten.

„Uns allen ist ganz klar, dass es sehr, sehr ernst ist“, sagte Holetschek der Nachrichtenagentur (dpa). Es gebe große Solidarität zwischen allen Bundesländern, betonte der CSU-Politiker. Holetschek bedankte sich bei den Ländern, die nun im Rahmen des sogenannten Kleeblattkonzepts Patienten aus anderen Landesteilen aufnehmen.

In Bayern, Thüringen und Sachsen haben nun die Vorbereitungen für die Verlegung von 54 Covid-19-Patienten auf Intensivstationen in derzeit weniger betroffenen Gebieten in Nord- und Westdeutschland begonnen. Wie die zuständige Arbeitsgruppe der Innenministerkonferenz mitteilte, haben sich Krankenhäuser in Niedersachsen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Bremen, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland auf die Aufnahme von Patienten geeinigt.

Die 54 Patienten, die medizinisch für eine Verlegung in Frage kommen, sollen am Mittwoch ausgewählt worden sein. 30 davon kommen aus Bayern, 10 aus Thüringen und 14 aus Sachsen.

Zuvor waren bei insgesamt rund 80 Erkrankten Anträge auf Umsiedlung nach dem sogenannten Kleeblattkonzept geprüft worden. Das 2020 aufgrund der Corona-Pandemie beschlossene Konzept sieht vor, dass die Verlagerung zunächst in fünf Regionen – West, Nord, Ost, Süd und Südwest – erfolgt. Sollten in einer dieser Regionen nicht genügend freie Plätze auf den Intensivstationen vorhanden sein, wird die Verlegung in andere Bereiche im Austausch mit dem gemeinsamen Melde- und Lagezentrum von Bund und Ländern beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenschutz organisiert Beihilfe (BBK).

„Die ersten Verlegungen dieses bisher größten Intensiv-Verlegungseinsatzes in Deutschland werden voraussichtlich heute nach Kontaktaufnahme zwischen aufnehmender und aufnehmender Klinik erfolgen“, hieß es nach einer Sitzung des Lenkungsausschusses. Auch für Sachsen gab Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) bekannt, dass heute erste Patientenverlegungen geplant seien.

Die Luftwaffe hält jetzt zwei Flugzeuge in Köln für einen Hilfseinsatz zur Umsiedlung von Intensivpatienten. Dazu gehören der Airbus A310 MedEvac, die fliegende Intensivstation, sowie eine umgebaute Spezialmaschine, das Überwachungsflugzeug A319OH. Ein Sprecher der Luftwaffe sagte, in diese seien am Vortag zwei Plätze für eine Intensivbehandlung eingebaut worden. Der Airbus A310 MedEvac verfügt über sechs Intensivpflegeplätze.

In Bayern befürchten die Kliniken mit Blick auf das Jahresende einen bisher beispiellosen Versorgungsnotstand. Die Verlegung von Patienten in andere Bundesländer werde nur kurzfristig Abhilfe schaffen, warnt Roland Engehausen, der Geschäftsführer der Bayerischen Krankenhausgesellschaft. „Alle Prognosen deuten darauf hin, dass die Patientenzahlen weiter steigen werden und wir in Bayern nicht über ausreichende Intensivkapazitäten verfügen“, sagte er der dpa. „Die aktuell noch verfügbaren Intensivkapazitäten im Norden werden uns nur für wenige Wochen helfen können, da auch dort die Auslastung steigt.“

Wegen der Überlastung der bayerischen Kliniken ist derzeit die Verlegung von rund 50 Covid-Intensivpatienten in andere Bundesländer in Vorbereitung. Doch aktuell wird täglich eine zweistellige Zahl zusätzlicher Intensivpatienten in die Kliniken aufgenommen, allein am Mittwoch waren es über 40. „Wir müssen die Zahl der Neuinfizierten in Bayern reduzieren“, sagte Engehausen. „Sonst geraten wir zwischen Weihnachten und Neujahr in ein Drama, das es noch nie zuvor gegeben hat.“



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