Dienstag, August 9, 2022
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Getreideschiff auf dem Weg in die Türkei: Wertvolle Fracht in verminten Gewässern

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Die Route ist gefährlich, und es herrscht große Aufmerksamkeit: Ein mit ukrainischem Getreide beladener Frachter ist auf dem Weg in die Türkei. Der ukrainische Präsident Selenskyj zeigte sich optimistisch, dass weitere Exporte folgen würden.

Nachdem der mit rund 26.000 Tonnen Mais beladene Frachter „Razoni“ gestern den ukrainischen Hafen Odessa verlassen hat, wird er voraussichtlich in der Nacht zum Mittwoch zur Inspektion in der Türkei eintreffen. Die Ankunft verzögert sich. Als erstes sprach heute Nachmittag der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar. Einen Grund für die Verzögerung nannte das Ministerium nicht.

Die „Razoni“ ist das erste mit Getreide beladene Schiff seit Beginn des russischen Angriffskrieges, das einen ukrainischen Hafen verlassen konnte. Entsprechend groß war die Erleichterung der internationalen Gemeinschaft. Ukrainisches Getreide wird weltweit dringend benötigt. Ziel des Schiffes ist der Libanon, doch zunächst muss es über einen speziellen Seekorridor sicher durch verminte Gewässer nahe der ukrainischen Küste geleitet werden.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zeigte sich vorsichtig optimistisch, die globale Versorgungskrise lösen und seine eigene Wirtschaft ankurbeln zu können. „Der Hafen hat seine Arbeit aufgenommen und dies ist ein positives Signal, dass es eine Chance gibt, die Entwicklung der Nahrungsmittelkrise in der Welt zu stoppen“, sagte Selenskyj in seiner täglichen Videobotschaft. Ihm zufolge warten 16 weitere Schiffe in den Häfen darauf, abgefertigt zu werden.

Selenskyj machte deutlich, dass die Umsetzung des Getreideabkommens, das ein Ende der russischen Seeblockade vorsieht, auch für die Ukraine von enormer Bedeutung ist. Es geht nicht nur um Deviseneinnahmen in Milliardenhöhe. „Ungefähr eine halbe Million Ukrainer sind am Anbau landwirtschaftlicher Exportprodukte beteiligt, und wenn wir verwandte Industrien hinzufügen, sind das eine zusätzliche Million Arbeitsplätze“, sagte er.

Ein Sprecher des russischen Militärs versicherte, Russland werde seine Verpflichtungen zur Umsetzung des Abkommens einhalten. Moskau hat alle Maßnahmen ergriffen, um die Sicherheit der Schifffahrt im Schwarzen Meer zu gewährleisten. Für die ukrainischen Häfen wurden entsprechende Korridore geschaffen.

Vor der Einfahrt in den Bosporus wird das Schiff nach Angaben des türkischen Verteidigungsministeriums vor Anker gehen und von Vertretern der Ukraine, Russlands, der Vereinten Nationen und der Türkei inspiziert werden. Die Kontrollteams werden voraussichtlich am Mittwochmorgen an Bord des Schiffes gehen. Der Bosporus, der durch Istanbul verläuft, ist der einzige Seeweg vom Schwarzen Meer zum Mittelmeer. Die Kontrolle soll unter anderem sicherstellen, dass keine Waffen oder ähnliches geladen sind. Anschließend soll der Frachter die Meerenge passieren – er wird am Mittwoch im libanesischen Hafen Tripolis erwartet.

Mit der Lieferung sollen wieder Millionen Tonnen Getreide für den Weltmarkt zur Verfügung stehen. Vor dem russischen Angriffskrieg war die Ukraine einer der wichtigsten Getreideexporteure der Welt. Die Lebensmittel werden vor allem in Asien und Afrika dringend benötigt.

UN-Generalsekretär António Guterres sprach von einem „Meilenstein“. Außenministerin Annalena Baerbock begrüßte in New York die Abfahrt des ersten Getreidefrachters als „kleine Geste der Menschlichkeit“. Selenskyj forderte die internationale Gemeinschaft auf, genau zu beobachten, ob Moskau sich weiterhin an das Abkommen hält. „Wir können uns keine Illusionen machen, dass Russland einfach darauf verzichten wird, ukrainische Exporte zu stören.“

Die Kriegsgegner Ukraine und Russland unterzeichneten am 22. Juli getrennt voneinander durch die Vermittlung der Vereinten Nationen in Istanbul ein Abkommen mit der Türkei, um Getreideexporte aus der Ukraine von drei Häfen aus zu ermöglichen. Dazu wurde in Istanbul ein Kontrollzentrum eingerichtet, das mit russischen, ukrainischen, türkischen und UN-Vertretern besetzt ist.

Abgel T
Abgel T
Ich arbeite seit ca. 3 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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