Donnerstag, Juni 23, 2022
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Greenpeace warnt Bundesregierung Neuer Pannenbericht zählt 826 Defekte bei F-35

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Die Stealth-Jets F-35 gehören zu den modernsten Kampfflugzeugen der Welt. Nach dem Willen der Bundesregierung sollen die Maschinen des US-Herstellers Lockheed Martin die alte Tornado-Flotte der Bundeswehr ersetzen. Doch die Mängelmeldungen häufen sich. Greenpeace mahnt zur Vorsicht.

Nach Auswertung offizieller Berichte aus den USA warnt die Organisation Greenpeace die Bundesregierung vor Risiken im Zusammenhang mit dem angekündigten Kauf von F-35-Stealth-Jets. „Obwohl die F-35 seit mehr als zehn Jahren bei den US-Streitkräften im Einsatz ist, leidet das Flugzeug weiterhin unter zahlreichen Problemen und Mängeln, die durch die regelmäßigen offiziellen Berichte verschiedener US-Behörden und auch durch die Arbeit von dokumentiert werden zivilgesellschaftliche Projekte „Laut einer aktuellen Studie.

Alle bisher produzierten und ausgelieferten F-35 – rund 750 an der Zahl – sind Modelle aus der sogenannten Erstproduktion, die noch nicht alle Anforderungen an ein ausgereiftes Flugzeug erfüllen müssen. Greenpeace listet die „derzeit größten Probleme“ auf und schreibt: „Laut einem aktuellen Bericht des US-Rechnungshofs müssen immer mehr F-35-Flugzeuge am Boden bleiben, weil sie keinen funktionierenden Motor haben.“

Flottenweit war eine F-35 im Durchschnitt nur zu weniger als 40 Prozent der Zeit voll einsatzfähig – im Zeitraum 2014 bis 2021. Bei der F-35A waren es 2021 nur noch 50 Prozent. Neben der vollen gibt es auch eine teilweise Einsatzbereitschaft. Diese gilt als gegeben, wenn das Luftfahrzeug fliegen und mindestens eine der übertragenen Aufgaben erfüllen kann.

Nach Angaben des US-Rechnungshofs hatte die F-35 zuletzt 826 Mängel, von denen vier kritisch waren, schreibt Greenpeace. Es ist nicht öffentlich bekannt, welche Teile betroffen sind und wie stark. Laut der zuständigen US-Prüfbehörde wurden 2021 neue Mängel in den Bereichen Waffen, Sensorfusion, Kommunikation und Navigation, Cybersicherheit und Zielerfassung festgestellt. Ein Großteil der Schwierigkeiten ist auf Probleme in der Softwareentwicklung zurückzuführen. Die Kostenschätzung für die angekündigte deutsche Beschaffung der F-35A ist mit vielen Unwägbarkeiten verbunden.

Erst im März dieses Jahres wurde ein Pentagon-Bericht veröffentlicht, der auch erhebliche Mängel an den Jets auflistet. Demnach wurden im künftigen Bundeswehrjet 845 Fehler gefunden – 6 davon waren schwerwiegend und könnten zu einem Absturz führen.

Im März erklärte die Bundesregierung, sie wolle die Air Force mit F-35-Stealth-Jets ausrüsten. Die Maschinen des Herstellers Lockheed Martin sollen als Nachfolgemodell der vor mehr als 40 Jahren eingeführten Tornado-Flotte beschafft werden. Die F-35 ist eines der modernsten Kampfflugzeuge der Welt. Aufgrund einer speziellen Form und Außenbeschichtung ist die Maschine für feindliches Radar schwer zu erkennen.

Die F-35 wird auch für Deutschlands sogenanntes Nuklear-Sharing gekauft, ein Nato-Abschreckungskonzept, das Verbündeten Zugang zu US-Atombomben verschafft. In Büchel in der Eifel sollen 20 thermonukleare B61-Gravitationsbomben der US-Streitkräfte gelagert werden, die bisher unter deutschen Tornados verklinken konnten.

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