Dienstag, Januar 25, 2022
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Großbritannien: Johnson soll regelmäßig Corona-Partys gefeiert haben

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nNeue Vorwürfe wegen Verstoßes gegen Corona-Regeln in seinem Regierungssitz setzen den britischen Premier Boris Johnson in der „Partygate“-Affäre noch stärker unter Druck. Einem Medienbericht zufolge gab es während der Pandemie nicht nur vereinzelte, sondern regelmäßige Treffen in der Downing Street, bei denen Alkohol getrunken wurde. Das schreibt der in der Sache sonst gut informierte „Mirror“ am Samstag.

Johnsons Mitarbeiter trafen sich jeden Freitag zu „Weinfreitagen“, und der Premierminister ermutigte sie, „Dampf abzulassen“ – obwohl Versammlungen in Innenräumen nach den Sperrregeln strengstens verboten waren. Der Regierungschef hatte diese Treffen mehrfach selbst besucht. Eigens für die regelmäßigen Meetings haben sich die Mitarbeiter einen Bürokühlschrank angeschafft, um ihre Weißwein-, Prosecco- und Bierflaschen kühl zu halten.

Laut The Mirror sind Freitagstreffen seit langem eine Tradition in der Downing Street, auch unter früheren britischen Regierungen. Die Treffen wurden jedoch auch nach der Verhängung von Corona-Beschränkungen fortgesetzt.

Johnson steht in der „Partygate“-Affäre seit langem massiv unter Druck, mehrere Mitglieder seiner Tory-Partei forderten bereits seinen Rücktritt. Der britische Oppositionsführer Keir Starmer hat dem Premierminister nun die Regierungsfähigkeit abgesprochen. Es sei im „nationalen Interesse“, dass Johnson zurücktrete, sagte der Vorsitzende der oppositionellen Labour Party am Samstag auf einer Konferenz in London. Er forderte die konservative Tory-Partei des Premierministers auf, das Notwendige zu tun und Johnson loszuwerden.

„Was wir jetzt haben, ist eine Situation, in der Sie einen Premierminister haben, der die moralische Autorität verloren hat, zu führen“, sagte Starmer. Diese Autorität wird gerade jetzt in der Pandemie benötigt. Großbritannien steht vor anderen großen Herausforderungen – und Johnson ist „abwesend“ und versteckt sich, so der Labour-Chef. Johnson selbst will mit einem umfassenden Neustart politisch aus der Patsche kommen. Gegenwärtig laufen interne Ermittlungen zu den Lockdown-Partys in seinem Regierungssitz, der Ministerpräsident will die Ergebnisse abwarten.

Zuletzt wurde berichtet, dass es am Vorabend der Beerdigung von Queen Consort Prinz Philip im April 2021 Feierlichkeiten am Regierungssitz gegeben habe. Damals galten strenge Kontakt- und Abstandsregeln. Königin Elizabeth II. musste daher ganz allein in der Kapelle ihrer Residenz in Windsor sitzen, als ihr Mann beerdigt wurde. Downing Street entschuldigte sich dafür. „Es ist zutiefst bedauerlich, dass dies zu einer Zeit der nationalen Trauer stattgefunden hat“, sagte ein Sprecher von Johnson.

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