Donnerstag, Januar 27, 2022
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Händel will mehr Milch von glücklichen Kühen

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Große Händler wie Edeka oder Aldi wollen nun nicht nur mit Fleisch, sondern auch mit ihrem Milchsortiment für eine artgerechtere Tierhaltung sorgen. Produkte von Unternehmen mit dem niedrigsten Standard sollen aus den Regalen verschwinden.

Immer mehr große Handelsketten wollen künftig auf Milch von Erzeugern mit niedrigen Tierhaltungsstandards verzichten. Zuletzt folgten Edeka und die Billigtochter Netto den Discountern Aldi Nord und Aldi Süd mit einer entsprechenden Ankündigung. Sie hatten angekündigt, in absehbarer Zeit komplett auf Milch in ihren Eigenmarken zu verzichten, deren Produktion nur die gesetzlichen Mindestanforderungen für die Tierhaltung erfüllt.

Bis 2024 will Aldi das Milchsortiment umstellen. Edeka und Netto haben sich sogar zum Ziel gesetzt, diesen Schritt noch in diesem Jahr zu gehen. Weitere Milch und Milchprodukte sollen folgen.

Aktuell wirbt Edeka auf seiner Website mit idyllischen Szenen für Bio-Milch und andere Milchprodukte aus biologischem Anbau. „Mit tiergerechter Haltung genießen Kühe mehr Freiheiten als Tiere aus rein konventioneller Haltung“, heißt es dort. Sie könnten sich „von frischem Grün satt essen und ihren natürlichen Bedürfnissen nachgehen, wie zum Beispiel die sozialen Kontakte untereinander pflegen“.

Die großen Lebensmitteleinzelhändler in Deutschland hatten bereits angekündigt, bis zum Jahreswechsel eine vierstufige Haltungskennzeichnung für Fleisch und Fleischwaren einzuführen – ähnlich wie bei Eiern. Mit vier Stufen („Stallhaltung“, „Stallhaltung Plus“, „Außenklima“, „Premium“) sollen Verbraucher auf den ersten Blick erkennen können, wie hoch das Tierwohlniveau bei der Tierhaltung ist.

Bis 2030 will Aldi sein gesamtes Frischfleischsortiment konsequent auf die Haltungsmethoden 3 und 4 umstellen. Dazu gehören Rind, Schwein, Huhn und Pute, mit Ausnahme von internationalen Spezialitäten und Tiefkühlprodukten. Im vergangenen Jahr hatten die Haltungsformen nach eigenen Angaben einen Anteil von 15 Prozent.

Tatsächlich wollen immer mehr Verbraucher wissen, woher die tierischen Lebensmittel stammen, die ihnen in den Kühlregalen der Supermärkte angeboten werden. Sie wollen auch sicher sein, dass die Tiere gut behandelt werden. Aldi hat sich daher zum Ziel gesetzt, die Bedingungen in der Nutztierhaltung insgesamt zu verbessern – nicht nur für einzelne Produkte. Daher die Kennzeichnung der Haltungsform: Seit Anfang des Jahres wird sie auch auf Milchprodukte ausgeweitet.

Viele Landwirte stehen den neuen Qualitätsanforderungen der Handelsketten skeptisch gegenüber. Die Betriebe müssten „einen Anspruch erfüllen, der nur von bestimmten Tierhaltern erfüllt werden kann“, klagt Carsten Matthäus vom Deutschen Agrar-Verlag. Hohe Fleischmengen mit hoher Effizienz und moderner Tierhaltung zu möglichst niedrigen Preisen zu produzieren, das kann nicht jeder Landwirt. Das neue Haltungslabel ändert auch nichts daran, dass Verbraucher in der Regel keine entscheidenden Informationen erhalten: woher das Fleisch, die Milch und das Futter kommen, wo es verarbeitet wird und wer wie viel vom Verkaufspreis bekommt.



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