Samstag, Mai 21, 2022
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Häusliche Gewalt hat auch im zweiten Corona-Jahr zugenommen

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Unsicherheit, Stress und Lagerkoller – laut einem Zeitungsbericht sind im zweiten Corona-Jahr noch mehr Menschen Opfer häuslicher Gewalt geworden. Die meisten waren Frauen. In einem Bundesland stieg die Gewalt besonders stark an.

Häusliche Gewalt in Deutschland hat auch im zweiten Corona-Jahr zugenommen. 2021 registrierten die Behörden 161.000 Opfer von Gewalt durch Partner oder Ex-Partner, berichtet die „Welt am Sonntag“ unter Berufung auf Innenministerien und Landeskriminalämter. Das entspricht einer Steigerung von 1,3 Prozent gegenüber 2020.

Experten gehen davon aus, dass die Dunkelziffer hoch ist, weil sich viele Opfer nicht getraut haben, Anzeige zu erstatten. Zwei Drittel der erfassten Opfer sind Frauen, die Täter meist Partner oder Ex-Partner.

Bundesfamilienministerin Lisa Paus sagte der Zeitung, die Regierung wolle „den Zugang zu Schutz und Beratung bundesrechtlich regeln, einen einheitlichen Rechtsrahmen für eine verlässliche finanzielle Absicherung des Hilfesystems schaffen und bedarfsgerecht ausbauen“.

Mit rund 350 Frauenhäusern, 100 Frauenhäusern und mehr als 600 Beratungsstellen ist das Hilfsangebot unzureichend. „Deshalb bauen wir Frauenhäuser und Beratungsstellen gemeinsam mit den Ländern weiter aus und stellen bis 2024 120 Millionen Euro aus Bundesmitteln zur Verfügung“, sagte die Grünen-Politikerin.

Gewalttaten entwickeln sich regional sehr unterschiedlich. In acht der 16 Bundesländer sind die Zahlen gestiegen. Den stärksten Anstieg häuslicher Gewalt verzeichnete laut „Welt am Sonntag“ Thüringen mit 24 Prozent (3227 Opfer). Dahinter folgen Niedersachsen (plus 12,9 Prozent, 22.405 Opfer) und das Land Bremen/Bremerhaven (plus 9,1 Prozent, 3018 Opfer). Den größten Rückgang verzeichneten das Saarland (minus 7,1 Prozent, 2653 Opfer) und Hamburg (minus 6,3 Prozent, 5058 Opfer).

Nordrhein-Westfalens Familienminister Joachim Stamp nannte die Zahlen erschreckend. „Die Auswirkungen der Corona-Pandemie wie strenge Kontaktbeschränkungen oder Quarantänezeiten haben die Häufigkeit häuslicher Gewalt erhöht“, sagte der FDP-Politiker. Mit einem Plus von 4,7 Prozent und insgesamt 34.235 registrierten Opfern gehört Nordrhein-Westfalen zu den acht Bundesländern, in denen die Zahlen gestiegen sind.



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