Dienstag, Januar 31, 2023
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Hetzer trieben eine Ärztin in den Tod Berliner Justiz stellte Ermittlungen im Fall Kellermayr ein

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Der Suizid von Lisa-Marie Kellermayr im Juli 2022 hat in Österreich für Bestürzung gesorgt. Der Arzt wurde monatelang bedroht und fühlte sich von Impfgegnern gehasst. Unter anderem sollen zwei Berliner dem Arzt Hassbriefe geschickt haben. Die Ermittlungen gegen sie werden nun jedoch eingestellt.

Die Behörden in der Hauptstadt konnten die beiden Berliner, die Hassbriefe an die österreichische Impferin Lisa-Marie Kellermayr schickten, nicht identifizieren. „Trotz mehrerer Monate intensiver Ermittlungen“ musste das Verfahren in der vergangenen Woche eingestellt werden, teilte die Berliner Staatsanwaltschaft mit.

Die Ermittlungen gegen zwei Tatverdächtige wurden Anfang August 2022 von der Staatsanwaltschaft Wels, Österreich, übernommen. Es ging um den Verdacht einer Bedrohung. Die Personalien der beiden stimmten laut Staatsanwaltschaft jedoch nicht von vornherein: Ein Verdächtiger war nicht in Berlin gemeldet, der andere schien zunächst mit einem anderen gleichnamigen Berliner verwechselt worden zu sein.

In der Folgezeit konzentrierten sich die Ermittlungen daher vor allem darauf, die tatsächlichen Personalien der Tatverdächtigen zu ermitteln. Anhaltspunkte hierfür waren vor allem die beim Versand der E-Mails verwendeten E-Mail-Adressen sowie Erkenntnisse eines Hinweisgebers, die jedoch nicht belegt wurden. Eine Überprüfung habe nicht stattgefunden, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Jeder könnte diese Mailkonten mit falschen persönlichen Daten oder unter Verwendung des Namens einer anderen Person eingerichtet haben.

Auch der eigentlich in Berlin angezeigte zweite Beschuldigte bestritt, die E-Mails verschickt zu haben. Dies konnte nicht widerlegt werden, da ein Missbrauch der personenbezogenen Daten nicht ausgeschlossen werden konnte. Laut Staatsanwaltschaft bestehen keine Möglichkeiten, den tatsächlichen Nutzer der personenbezogenen Daten zu ermitteln.

Wie die österreichische Zeitung „Der Standard“ berichtete, laufen in München noch Ermittlungen gegen einen 60-Jährigen und bei der Staatsanwaltschaft Wels gegen Unbekannt. Kellermayr wurde Ende Juli tot in ihrer Praxis im österreichischen Vöcklabruck aufgefunden. Eine Autopsie bestätigte später, dass sie Selbstmord begangen hatte.

Zuvor hatte die Ärztin wegen ihres Engagements für Impfungen von monatelangen Einschüchterungen und Morddrohungen aus der Corona-Leugner- und Impfgegner-Szene berichtet – und unter Berufung darauf schließlich ihre Praxis geschlossen. Berichten zufolge stand sie längere Zeit unter Polizeischutz. Nach dem Suizid des 36-Jährigen wurde Österreichs Behörden vorgeworfen, sich nicht ausreichend um den Fall gekümmert zu haben.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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