Mittwoch, Juni 29, 2022
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Historisches Gericht verbietet Stierkampf in Mexiko-Stadt

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Es ist ein denkwürdiger Moment: Erstmals verbietet ein mexikanisches Gericht einen Stierkampf in Mexikos größter Kampfarena. Tierschützer feiern dies als „ersten Schritt der Gerechtigkeit“. Gegen das Urteil wollen die Betreiber der Arena derweil vorgehen, um die langjährige Tradition zu verteidigen.

Stierkämpfe auf der Plaza de Toros México, der größten Stierkampfarena der Welt, wurden nach einer Klage von Tierschützern bis auf weiteres verboten. Sowohl die Kläger als auch die Betreiber der Arena informierten am Freitag über die Gerichtsentscheidung, gegen die noch Berufung eingelegt werden kann. Demnach werden die Kämpfe in der als „Fiesta Brava“ bekannten Arena in Mexiko-Stadt bis zu einer Entscheidung über ihre Verfassungsmäßigkeit ausgesetzt.

„Erster Schritt der Gerechtigkeit für die Bullen!“ schrieb die Tierschutzorganisation AnimaNaturalis México auf Twitter. Nun gilt es weiterzukämpfen, bis ein endgültiges Verbot des Stierkampfes erreicht ist. Zusammen mit anderen Organisationen hatte AnimaNaturalis beim Gericht ein Verbot beantragt, weil die Verfassung der Hauptstadt vorschreibt, dass Tiere geschützt und mit Würde behandelt werden müssen.

Das Unternehmen, das die Plaza México betreibt, sagte, es werde alle Rechtsmittel ausschöpfen, um „mexikanische Sitten und Gebräuche“ zu verteidigen. Die Plaza México hat mehr als 41.000 Sitzplätze – die weltberühmte Stierkampfarena Las Ventas in Madrid hingegen bietet nur knapp 24.000 Zuschauern Platz. Gegner des Stierkampfes in Mexiko prangern das Leiden und Töten der Tiere an. Befürworter sagen, dass es sich um eine jahrhundertealte Tradition handelt, die Zehntausende von Arbeitsplätzen in Mexiko schafft.

Nicht nur wegen des Gerichtsurteils stehen die Tradition und die Plaza de Toros vor einer ungewissen Zukunft: Im Dezember brachte die Tierschutzkommission des Stadtparlaments von Mexiko-Stadt ein Gesetz ein, das den Stierkampf in der Hauptstadt verbietet. Darüber müssen die Abgeordneten noch abstimmen. Bisher haben nur eine Handvoll der 32 mexikanischen Bundesstaaten den Stierkampf verboten.

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