Mittwoch, Oktober 20, 2021
StartNACHRICHTENHoffnung auf ein neues UN-Abkommen Schulze zum Artenschutz: "Die Zeit wird knapp"

Hoffnung auf ein neues UN-Abkommen Schulze zum Artenschutz: "Die Zeit wird knapp"

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Die UN-Staaten sind bereits bei ihrem Versuch gescheitert, Richtlinien zur Biodiversität umzusetzen. Jetzt sollen sie ihre Versprechen halten, fordert Bundesumweltministerin Schulze. Ehrgeizige Ziele lassen sich jedoch nur erreichen, wenn auch die Wirtschaft reguliert wird.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze hat sich für ein „ehrgeiziges“ neues Rahmenabkommen zum weltweiten Kampf gegen das gefährliche Artensterben eingesetzt. „Die Zeit wird knapp“, warnte die Ministerin in einer Videoansprache auf der Weltnaturschutzkonferenz (Cop15), die online und vor Ort in der chinesischen Stadt Kunming stattfindet. Das Ausmaß und die Geschwindigkeit des Artenverlusts sind besorgniserregend. Die Ziele des für das Frühjahr 2022 geplanten Abkommens zum Schutz und zur Wiederherstellung von Ökosystemen müssten „ehrgeizig und konkret“ sein.

Schulze unterstützte Pläne, bis 2030 30 Prozent von Land und Meer unter Schutz zu stellen. Es muss auch sichergestellt werden, dass die Ziele in nationale Pläne umgesetzt und deren Erfüllung überwacht werden. „Das neue Rahmenabkommen zur Biodiversität muss auf allen Ebenen wirksamere und entschlossenere Mechanismen zur Umsetzung enthalten“, sagte Schulze. Diesmal muss sichergestellt werden, dass keines der Ziele ein leeres Versprechen bleibt. Der Minister bezog sich offenbar auf frühere Ziele der knapp 200 Vertragsstaaten der UN-Konvention zur biologischen Vielfalt, die bei weitem nicht erreicht wurden.

Biodiversität muss in allen Bereichen von Politik und Wirtschaft eine zentrale Rolle spielen. „Naturschutz darf nicht mehr nur Sache der Umweltminister sein“, sagte der SPD-Politiker. Es ist auch wichtig, Subventionen, die der Umwelt schaden oder sich negativ auf die Natur auswirken, auslaufen zu lassen. Die Vereinbarung muss die notwendigen Leitlinien für die wirtschaftliche Tätigkeit enthalten. „Die nächsten Monate werden entscheidend sein, ob es uns gelingt, den Verlust an Biodiversität zu stoppen“, warnte Schulze. Die Zeit bis zur Verabschiedung der Rahmenvereinbarung im zweiten Teil der Konferenz Ende April und Anfang Mai müsse „gut genutzt“ werden, um die offenen Fragen in einem konstruktiven Dialog anzugehen.

Zuvor hatte der gastgebende chinesische Staats- und Parteichef Xi Jinping 1,5 Milliarden Yuan, umgerechnet 200 Millionen Euro, für den Artenschutz in ärmeren Ländern versprochen. Er kündigte die Schaffung eines Fonds mit diesem chinesischen Finanzbeitrag an, um Entwicklungsländern beim Schutz ihrer Arten zu helfen. Er lud andere Staaten ein, sich am Finanztopf zu beteiligen. Chinas Präsident versprach zudem verstärkte Anstrengungen zum Schutz der Biodiversität. China wird seine Naturschutzgebiete weiter ausbauen.

Überraschenderweise erschien unmittelbar nach ihm der russische Präsident Wladimir Putin mit einer Videoansprache, obwohl Russland bei den internationalen Bemühungen keine herausragende Rolle spielt. Putin sprach sich auch dafür aus, dass dabei die nationalen Prioritäten und Besonderheiten jedes Staates berücksichtigt werden sollten. Umweltverbände befürchten jedoch, dass die globalen Ziele und Bestrebungen untergraben werden, wenn jeder Staat am Ende besser tun kann, was seinen nationalen Interessen entspricht. Bis Freitag diskutieren die rund 5000 Teilnehmer der UN-Konferenz über das neue Rahmenabkommen. Als konkretes Ergebnis soll am Mittwoch eine „Kunming-Erklärung“ verabschiedet werden.

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