Samstag, Dezember 10, 2022
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Holodomor als Völkermord Bundestag will Stalins Hungersnot in der Ukraine verurteilen

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Millionen von Ukrainern sterben in den 1930er Jahren in einer vom Kreml gesponserten Hungersnot. „Aus heutiger Sicht ist eine historisch-politische Einordnung als Völkermord naheliegend“, heißt es in einem Beschlussentwurf, den der Bundestag nächste Woche verabschieden will.

Nach dem Willen der Ampelkoalition und der Union soll der Bundestag die von Sowjetdiktator Josef Stalin vorsätzlich herbeigeführte Hungersnot in der Ukraine vor 90 Jahren als Völkermord anerkennen. Das berichten die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ und der „Spiegel“ unter Berufung auf einen gemeinsamen Antrag von SPD, Grünen, FDP und CDU/CSU. Die entsprechende Beschlussvorlage soll daher am Mittwoch im Bundestag beraten und beschlossen werden.

Bis zu vier Millionen Ukrainer fielen 1932 und 1933 dem sogenannten Holodomor („Hungermord“) zum Opfer. Auch in anderen Teilen der Sowjetunion, etwa in Kasachstan und Südrussland, gab es damals Tote. Mehrere Länder haben den Holodomor bereits als Völkermord am ukrainischen Volk eingestuft und verurteilt, darunter Irland, die Republik Moldau und Rumänien am Donnerstag vor dem Hintergrund des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine.

„Die gesamte Ukraine war von Hunger und Repression betroffen, nicht nur die Getreideanbaugebiete“, heißt es im Antrag des „Spiegel“. „Aus heutiger Sicht bietet sich eine historisch-politische Einordnung als Völkermord an. Der Deutsche Bundestag teilt eine solche Einstufung“, schreiben die Initiatoren um den Grünen-Abgeordneten Robin Wagener, Vorsitzender der Deutsch-Ukrainischen Bundestagsfraktion.

Laut FAZ heißt es in dem Resolutionsentwurf auch, dass sich der Holodomor „in die Liste der menschenverachtenden Verbrechen totalitärer Systeme einreiht, in deren Zuge in Europa insbesondere in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts Millionen Menschenleben ausgelöscht wurden“. Das Verbrechen sei „Teil unserer gemeinsamen Geschichte als Europäer“. Dieses „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ ist in Deutschland und der Europäischen Union bisher wenig bekannt. Die Bundesregierung ist aufgerufen, zur Verbreitung des Wissens über den Holodomor und zum Gedenken an seine Opfer beizutragen.

Der Zeitung zufolge sagte Wagener, der russische Präsident Wladimir Putin stehe „in der grausamen und kriminellen Tradition Stalins“. Heute wird die Ukraine wieder mit russischem Terror überzogen. „Wieder einmal sollen Gewalt und Terror die Ukraine ihrer Lebensgrundlage berauben und das ganze Land unterjochen.“ Die politische Einstufung des Holodomor als Völkermord sei ein „Warnsignal“.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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