Samstag, Dezember 10, 2022
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Houthis lehnen Verlängerung des Waffenstillstands im Jemen ab

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Die Menschen im Jemen leiden seit Jahren unter einem Krieg, den ein von Saudi-Arabien geführtes Militärbündnis gegen die Houthi-Rebellen führt. In dem Land herrscht seit sechs Monaten ein Waffenstillstand, der zu einem deutlichen Rückgang der Gewalt geführt hat. Aber damit ist jetzt wohl Schluss.

Die Verhandlungen über einen verlängerten Waffenstillstand im Jemen sind nach Angaben der Vereinten Nationen vorerst gescheitert. Der UN-Sonderbeauftragte für den Jemen, Hans Grundberg, zeigte sich enttäuscht, wollte sich aber weiter für ein Abkommen einsetzen. „Ich werde meine unermüdlichen Bemühungen fortsetzen, mit den Parteien auf eine rasche Einigung auf dem weiteren Weg hinzuarbeiten“, sagte er. „Ein verlängerter und erweiterter Waffenstillstand hätte der Bevölkerung entscheidende Vorteile gebracht.“ Grundbergs Ankündigung kam mehrere Stunden nach Ende des Waffenstillstands.

In dem Land auf der Arabischen Halbinsel kämpft ein von Saudi-Arabien geführtes Militärbündnis an der Seite der Regierung gegen die Houthis, die weite Teile des Nordens kontrollieren, darunter auch die Hauptstadt Sanaa. Riad sieht sie als verlängerten Arm seines Erzfeindes Iran. Der Waffenstillstand zwischen der Regierung und den Houthis trat Anfang April für zunächst zwei Monate in Kraft und wurde im Juni und August verlängert. Seit 2016 hatte es im Jemen keine Waffenruhe gegeben.

Grundberg hatte versucht, diesmal eine Verlängerung um sechs Monate zu bekommen und weitere Bedingungen zu knüpfen. Dabei geht es unter anderem um die Öffnung wichtiger Straßen in Tais im Südwesten, Mittel der militärischen Deeskalation und die Freilassung von Gefangenen. Die Hoffnung war auch, den Waffenstillstand in einen dauerhaften Waffenstillstand umzuwandeln.

Die jemenitische Regierung sagte am Samstag, sie habe einen Vorschlag zur Verlängerung von Grundberg erhalten und werde ihn „positiv behandeln“. Gleichzeitig warf die Regierung den Rebellen vor, ihre Verpflichtungen aus dem Waffenstillstand nicht erfüllt zu haben.

Die Houthi-Rebellen lehnten am Sonntag Vorschläge für eine Verlängerung ab, weil sie „keinen Friedensprozess einleitet“. Nach einem Treffen in der Hauptstadt Sanaa erklärte der Oberste Rat der Houthi, der Vorschlag entspreche nicht den Forderungen der Aufständischen: „Das jemenitische Volk lässt sich nicht durch falsche Versprechungen täuschen.“

UN-Generalsekretär António Guterres forderte am Freitag die Konfliktparteien auf, diese Chance auf eine Verlängerung zu nutzen. Der Waffenstillstand habe zu „der längsten Phase relativer Ruhe seit Kriegsbeginn“ geführt. Zu den greifbaren Vorteilen für die leidende Bevölkerung gehörten ein deutlicher Rückgang der Gewalt und weniger zivile Opfer im ganzen Land.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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