Donnerstag, Februar 2, 2023
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Hunderte von Touristen evakuiert Die Polizei in Peru nimmt über 200 Demonstranten fest

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Bei den Protesten in Peru kam es erneut zu gewalttätigen Zusammenstößen: Mehr als 200 Demonstranten wurden festgenommen und ein weiterer Demonstrant starb, nachdem die Polizei das Feuer auf eine Menschenmenge eröffnet hatte. Das Weltkulturerbe Machu Picchu wird geschlossen, Reisende werden evakuiert.

Inmitten erneuter Zusammenstöße zwischen Demonstranten und der Polizei bei Protesten gegen die Regierung im ganzen Land evakuierte die Polizei eine Universität in Lima und nahm mehr als 200 Personen fest. Das berichtete der peruanische Sender „RPP Noticias“ unter Berufung auf den Chefankläger Alfonso Barrenechea am Samstag (Ortszeit). Die Demonstranten kamen aus den Städten Puno und Cusco im Süden des Andenstaates in die Hauptstadt, um an den Protesten gegen die Regierung von Interimspräsidentin Dina Boluarte teilzunehmen.

Den Festgenommenen wurde vorgeworfen, illegal in den Campus der Universidad Nacional Mayor de San Marcos, einer der wichtigsten und ältesten Universitäten Amerikas, eingedrungen zu sein. Sicherheitskräfte brachen während der Proteste mit einem gepanzerten Fahrzeug durch die Tore der Universität von San Marcos, um schlafende Demonstranten zu vertreiben. Zahlreiche Polizisten durchsuchten die Demonstranten und zwangen einige von ihnen, sich auf den Boden zu legen, berichteten Journalisten.

Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte in Peru forderte die Polizei nach dem Einsatz zur Verhältnismäßigkeit auf. In einer Erklärung forderte sie die Regierung in Lima auf, „einen inklusiven Dialog unter Einbeziehung der Zivilgesellschaft und der betroffenen Bevölkerungsgruppen zu gewährleisten“. Seit Beginn der Proteste im Dezember sind in dem südamerikanischen Land mehrere Dutzend Menschen gestorben.

Nach Angaben der Behörden gab es auch einen weiteren Todesfall: Ein Demonstrant soll in der Stadt Ilave in der Nähe des Titicaca-Sees gestorben sein. Schnell kursierten Aufnahmen im Internet, die angeblich Polizisten zeigten, die auf dem zentralen Platz von Ilave direkt auf eine Menge demonstrierender Ureinwohner schossen. Laut lokalen Medien setzten die Demonstranten daraufhin eine Polizeistation in Brand. Nach Angaben des örtlichen Krankenhauses wurden bei den Zusammenstößen zehn Menschen verletzt.

Die blutigen Proteste haben schwerwiegende Folgen für den Tourismus in Peru. Das Kulturministerium hat laut einer Mitteilung den Zugang zu den berühmten Inka-Ruinen von Machu Picchu „angesichts der aktuellen sozialen Lage in unserer Region“ gesperrt. Mehr als 400 gestrandete Touristen seien nach Cusco gebracht worden, berichtete die peruanische Nachrichtenagentur Agencia Andina.

Das Auswärtige Amt in Berlin rät von unnötigen Reisen nach Peru ab. Insbesondere von Reisen in die von den Protesten besonders betroffenen Regionen Cusco, Arequipa, Puno, Puerto Maldonado und Apurímac wird laut den Reise- und Sicherheitshinweisen für Peru „derzeit dringend abgeraten“.

Der Tourismus ist für die peruanische Wirtschaft von erheblicher Bedeutung: Er trägt zwischen drei und vier Prozent zur Wirtschaftsleistung des Landes bei, im Tourismus arbeiten Menschen aus unterschiedlichen sozialen Schichten.

Die Demonstranten, viele aus dem armen Süden des Landes, fordern den Rücktritt des Interimspräsidenten Boluarte, die Auflösung des Kongresses und die Freilassung des inhaftierten Ex-Präsidenten Pedro Castillo. Der ehemalige Dorfschullehrer wollte einem Misstrauensvotum im Dezember zuvorkommen und löste den Kongress auf. Das Parlament enthob ihn daraufhin seines Amtes. Er wurde wegen Putschversuchs festgenommen und sitzt in Untersuchungshaft.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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