Montag, Januar 30, 2023
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Hypothek: "verschönert" Zahlen In Deutschland fehlen mehr als 12.000 Lehrer

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Der Lehrermangel ist das brennendste Thema der Bildungspolitik. Eine Umfrage zeigt, dass in Deutschland mehr als 12.000 Stellen unbesetzt sind. Der Lehrerverband hält das Problem für weitaus größer, als die offiziellen Statistiken vermuten lassen.

Nach Angaben der Kultusministerien der Länder fehlen derzeit in Deutschland mehr als 12.000 Lehrkräfte. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) in den 16 Bundesländern. Genau 12.341 offene Stellen meldeten die Ministerien. Im Saarland, Rheinland-Pfalz, Brandenburg und Bayern gibt es den Angaben zufolge keine Lücken, in Hessen gibt es sogar ein Überangebot. Im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen hingegen fehlen mehr als 8000 Lehrkräfte, in Schleswig-Holstein mehr als 2000, in Sachsen-Anhalt und Berlin mehr als 800 und in Sachsen Baden-Württemberg und Niedersachsen mehr als 400 Lehrer.

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, nannte die Zahlen „geschönt“. Nach seiner Schätzung liegt die Zahl der offenen Stellen in Deutschland zwischen 32.000 und 40.000. In vielen Bundesländern werden je nach Lehrermangel Stunden zu Beginn des Schuljahres gestrichen, sodass der Bedarf nur noch auf dem Papier gedeckt wird. In einigen Ländern würden auch Eltern oder andere Nichterzieher als sogenannte Schulhelfer eingesetzt und in der Statistik als Lehrer berücksichtigt.

Wie der RBB Anfang Januar unter Berufung auf die Berliner Finanzstaatssekretärin Jana Borkamp berichtete, gehen in den nächsten vier Jahren rund 10.000 Lehrer aus Altersgründen in den Ruhestand. Das ist etwa jeder dritte Lehrer in der Hauptstadt.

Der Lehrermangel ist derzeit das heißeste Thema der Bildungspolitik. Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Astrid-Sabine Busse, geht davon aus, dass sich Deutschland noch zehn Jahre damit auseinandersetzen muss. Am Freitag wollen Erziehungswissenschaftler eines bei der KMK angesiedelten Beirats Empfehlungen zum Thema vorstellen.

Die Bundesländer verfolgen nach Angaben ihrer Kultusministerien unterschiedliche Ansätze, um dem Lehrermangel entgegenzuwirken. Laut RND-Umfrage werden pensionierte Lehrer eingesetzt, Prämien gezahlt, damit Lehrer bleiben statt in Rente zu gehen, oder Headhunter mit der Suche nach Arbeitskräften beauftragt. Zudem entscheiden sich Länder zunehmend für Quereinsteiger und Quereinsteiger oder für ein Freiwilliges Pädagogisches Jahr – ähnlich einem Freiwilligen Sozialen Jahr – an Schulen.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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