Freitag, Juni 24, 2022
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"Ich bin auf dem Blut dieser Leute ausgerutscht"

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All dies mag nicht neu klingen. Aber heute gibt es tatsächlich Neuigkeiten. Anhand von Zeugenaussagen kann das Komitee zeigen, dass mehrere Republikaner Trump am 6. Januar um Verzeihung für ihr eigenes Verhalten gebeten haben. Dem Aufruf, seinen Vizepräsidenten Mike Pence aufzuhängen, konnte Trump offenbar etwas abgewinnen. Während Pence das Militär auffordern wollte, im Kapitol einzugreifen, hielten es Trumps Berater für wichtiger, den Dreh der gestohlenen Wahlen am Leben zu erhalten.

Ein einstündiges Treffen im Oval Office vor dem 6. Januar zwischen Trump, Anwalt Rudy Giuliani und seinem Berater Michael Flynn soll von ebenfalls anwesenden Anwälten aus Angst vor den Plänen abgebrochen worden sein. Die rechtsextreme Gruppierung „Proud Boys“ hatte im Nachbarstaat Virginia offenbar para-Polizeitruppen aufgestellt. Trumps Berater und sogar seine eigene Familie hatten offenbar bereits akzeptiert, dass er verloren hatte. Aber er selbst versuchte, den Justizminister zu Neuwahlen zu zwingen.

Im Park auf dem Capitol Hill in Washington geht ein Raunen durch die Menge, als Trumps Tochter Ivanka bei ihrer Aussage auf dem Bildschirm erscheint. Sie akzeptierte die Worte von Generalstaatsanwalt Bill Barr, als er keinen Wahlbetrug fand. Applaus, als Liz Cheney ihre eigene Partei angreift: „Ich sage dies zu meinen Republikanern, die das Unhaltbare verteidigen: Es wird der Tag kommen, an dem Donald Trump weg sein wird, aber Ihre Schande wird bleiben.“

Der britische Filmemacher Nick Quested tritt als Zeuge auf. Er hatte die „Proud Boys“ am 6. Januar begleitet. Viele von ihnen hörten Trumps Rede nicht einmal zu, sondern machten sich stattdessen direkt auf den Weg zum Kapitol. „Ich habe dokumentiert, wie sich die Menge von Demonstranten in randalierende Aufständische verwandelte“, sagt Quested. „Für alle, die nicht verstanden haben, wie gewalttätig dieses Ereignis war – ich habe es gesehen, ich habe es dokumentiert und ich habe es erlebt.“

Am beunruhigendsten sind die Worte der Polizistin Caroline Edwards, die bei dem Aufstand verletzt wurde. Bis heute kann sie kaum beschreiben, was sie sah. „Es war nur eine Kriegsszene“, sagt sie. „Beamte lagen am Boden, bluteten, übergaben sich. Ich sah Freunde mit blutigen Gesichtern. Ich bin auf dem Blut dieser Leute ausgerutscht.“

Kurz bevor diese erste Session endet, schreibt Juli Waesche aus dem Potomac: „Ich bin fast wieder auf meinem Hausboot und höre CNN.“ Für viele Amerikaner ist dies der richtige Kanal. Aber für viele andere genau das falsche. Die amerikanische Gesellschaft ist so gespalten wie schon lange nicht mehr.

Vor Mitternacht stufte der rechte Moderator von Fox News, Sean Hannity, die Angelegenheit für Trump-Anhänger ein. Von dieser „Hollywood-Produktion“ gab es nichts Neues zu sehen oder zu hören. „Das ist nur ein weiterer Anti-Trump-Schmäh, der nirgendwohin führen wird.“

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