Sonntag, Oktober 2, 2022
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Idee der rechtsextremen Partei Ungarn muss vor Abtreibung Herzschläge hören

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Ein Schwangerschaftsabbruch ist für viele Betroffene bereits eine große Belastung. In Ungarn sind schwangere Frauen nun verpflichtet, vor dem Eingriff den Herzschlag des Embryos abzuhören. Frauenrechtsorganisationen sind sehr besorgt über die neue Regelung.

Wer in Ungarn abtreiben will, muss künftig den Herzschlag des Embryos in seinem Bauch hören. Das geht aus einer Verordnung von Innenminister Sandor Pinter hervor, die am Dienstagabend im Ungarischen Amtsblatt veröffentlicht wurde. Demnach müssen Schwangere bei der Beantragung eines Schwangerschaftsabbruchs ein fachärztliches Attest vorlegen, wonach ihnen „die Umstände, die auf das Bestehen der lebenswichtigen Funktionen des Embryos hindeuten, in eindeutiger Weise zur Kenntnis gebracht wurden“.

Medienberichten zufolge bedeutet die auch auf Ungarisch umständlich klingende Gesetzesformulierung, dass Schwangere vor einer Abtreibung den Herzschlag ihres Embryos abhören müssen. Die Verordnung tritt am Donnerstag in Kraft.

In Ungarn gibt es eine Frist für Abtreibungen. Schwangere können sich bis zur zwölften Woche auf eine persönliche Krisensituation berufen. Ähnlich wie in Deutschland besteht auch hier eine Beratungspflicht. Ministerpräsident Viktor Orban, der seit 2010 an der Macht ist, präsentiert sich gern als Verfechter christlicher Werte und des Ideals der traditionellen Familie. Gleichzeitig ist sich der Rechtspopulist bewusst, dass ein nahezu flächendeckendes Abtreibungsverbot – wie im rechtsnationalistisch regierten Polen – in seinem Land äußerst unbeliebt wäre. Laut Frauenrechtsorganisationen erhöht die jüngste Verschärfung jedoch den Druck auf diejenigen, die sich aufgrund einer ungewollten Schwangerschaft ohnehin in einer äußerst schwierigen Situation befinden.

Die Idee, das Hören des embryonalen Herzschlags zur Bedingung für eine Abtreibung zu machen, geht auf die rechtsextreme Partei Mi Hazank (Our Home) zurück. Die Fraktion zog erstmals nach der Wahl im vergangenen April ins Parlament ein. Obwohl die Partei Teil der Opposition ist, hat sie immer wieder Ermutigung und Unterstützung von regierungsnahen Medien erhalten.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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