Montag, August 15, 2022
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Immerhin wird die Leiche eines österreichischen Arztes obduziert

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Auf Wunsch der Familie wird die Leiche des österreichischen Arztes nun obduziert. Die Bundesregierung zeigte sich „zutiefst bestürzt“ über den Tod des von Corona-Leugnern massiv bedrohten Kellermayr. Gegen einen Mann in Bayern wird ermittelt.

Obwohl die Staatsanwaltschaft weiterhin von einem Suizid ausgeht, wird die Leiche der österreichischen Ärztin Lisa-Maria Kellermayr nun auf Antrag von Angehörigen obduziert. Den Behörden lägen keine neuen Informationen vor, die Bitten der Angehörigen zur Ergänzung der Erkenntnisse seien aber willkommen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Wels in Oberösterreich.

Ein vorläufiges Ergebnis der Obduktion könne dem Bericht zufolge noch im Laufe des Tages vorliegen, die toxikologischen Analysen würden aber deutlich länger dauern, hieß es.

Die 36-jährige Impfassistentin wurde am vergangenen Freitag tot in ihrer Praxis im Landkreis Vöcklabruck aufgefunden. Sie hatte auf ihrer Website unter anderem von monatelangen Einschüchterungen bis hin zu Morddrohungen „aus der Covid-Maßnahmen- und Anti-Impf-Szene“ berichtet – und ihre Praxis aus diesem Grund schließlich geschlossen. Arbeitsbedingungen, „wie wir sie in den vergangenen Monaten erlebt haben“, schrieb der Mediziner Ende Juni auf Twitter, seien niemandem zuzumuten. Berichten zufolge stand sie längere Zeit unter Polizeischutz.

Wegen der Drohungen liefen die Ermittlungen nach Angaben des Sprechers der Staatsanwaltschaft weiter. Auch die deutschen Behörden würden Spuren verfolgen. Die Staatsanwaltschaft München hat Ermittlungen in dem Fall aufgenommen. „Bei uns läuft ein Ermittlungsverfahren gegen eine männliche Person aus Oberbayern“, bestätigte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft München II nach Informationen der Mediengruppe Bayern. Demnach soll der Mann dem Impfarzt mit Folter und Mord gedroht haben.

Der Fall des Arztes bewegt Politik und Öffentlichkeit über die Grenzen Österreichs hinaus. Die Bundesregierung zeigte sich „zutiefst bestürzt“. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und der Bundesregierung sei es ein besonderes Anliegen, gemeinsam mit den österreichischen Freunden gegen Hass aufzustehen, sagte ein Regierungssprecher in Berlin. Drohungen, Gewalt und Hassreden sind aufs Schärfste zu verurteilen, insbesondere wenn sie sich gegen medizinisches Personal und Ärzte richten.

Die deutschen Sicherheitsbehörden kooperierten bei den Ermittlungen mit den österreichischen Behörden. „Digitaler Hass“ im Internet bleibe zu oft ungesühnt, sagte der Sprecher. „Wir werden digitale Gewalt mit allen unseren verfassungsrechtlichen Mitteln und der Härte des Rechts bekämpfen.“

Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, sagte in der „Welt“, der Tod des Arztes zeige „dramatisch, wohin die Verrohung des gesellschaftlichen Klimas führen kann“. Auch in Deutschland sinkt die Hemmschwelle. Ärzte erhielten Drohbriefe und wurden verbal und körperlich angegriffen.

„Die Polizei muss angesichts der besorgniserregenden Zunahme von Digitalkriminalität schnell handeln“, forderte Jörg Radek, stellvertretender Bundesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei, in der Zeitung. Allerdings fehlt es an entsprechenden Ressourcen, sowohl personell als auch technisch.

Grünen-Fraktionschef Konstantin von Notz forderte in der „Rheinischen Post“ eine bessere Ausstattung der Ermittlungsbehörden in Deutschland. Unions-Fraktionschefin Andrea Lindholz hat sich in der Zeitung für mehr Befugnisse im digitalen Raum ausgesprochen.

Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) erklärte gegenüber den Zeitungen der Funke Mediengruppe, dass es in den sozialen Netzwerken täglich Aufrufe zur Gewalt gegen ihn gebe: „Menschen rufen regelmäßig – teilweise sogar mit echtem Namen – zu meiner Ermordung auf.“ Dadurch ist er besonders gut geschützt. „Die österreichische Kollegin hingegen musste den Schutz selbst bezahlen und konnte ihn sich nicht mehr leisten.“



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Abgel T
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Ich arbeite seit ca. 3 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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