Dienstag, Januar 31, 2023
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Immunschwäche heilbar? Lauterbach rudert bei Corona wieder zurück

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Karl Lauterbach warnt im Interview vor einer Immunschwäche nach mehreren Infektionen mit dem Coronavirus. Mit der aktuellen Studienlage unterläuft dem Gesundheitsminister allerdings ein entscheidender Fehler. Wieder muss er eine Aussage revidieren.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat erneut eine seiner Aussagen zur Gefahr von Corona-Infektionen korrigiert. Lauterbach hatte die „Rheinische Post“ nach mehreren Corona-Infektionen vor einer unheilbaren Immunschwäche gewarnt. Nun erhielt er den „Unheilbaren“ auf Twitter: „Von unheilbarer Immunschwäche ist derzeit keine Rede“, schrieb er bei dem Kurznachrichtendienst.

Mit Verweis auf sein Ministerium (BMG) erklärte Lauterbach: „Es gab einen technischen Übermittlungsfehler im BMG.“ Sein Zitat hätte daher lauten sollen: „Studien zeigen mittlerweile sehr deutlich, dass Betroffene es oft mit einer Immunschwäche zu tun haben, deren Dauer wir noch nicht kennen.“ Ein interner Fehler bei der Autorisierung des Interviews ist somit offensichtlich.

Der Gesundheitsminister reagierte mit dem Tweet auf einen Kommentar der „Süddeutschen Zeitung“. Die Wissenschaftsjournalistin Christina Berndt bezeichnete Lauterbachs Äußerung als unverantwortlich. Dass Lauterbach wieder dramatisiere, „und das hier mit vorläufigen Daten, zeugt von einer schwer zu heilenden Kommunikationsschwäche“, schrieb der Immunologe auf Twitter.

Lauterbach hatte im Zeitungsinterview bereits eingeschränkt, dass der Risikofaktor für die Entstehung chronischer Erkrankungen „noch nicht sicher“ sei und intensiv erforscht werde. In dem Gespräch kündigte der Minister eine große Initiative für Menschen mit Long Covid an. Laut Lauterbach leiden schätzungsweise fünf bis zehn Prozent der Menschen an Spätfolgen, nachdem sie sich mit Covid 19 angesteckt haben.

Die Korrektur ist nicht die erste Kehrtwendung Lauterbachs. Nachdem er Anfang April das Ende der Isolationspflicht verkündet hatte, ruderte er wenige Tage später zurück. Experten und Medien hatten die Entscheidung scharf kritisiert. Im August schränkte der Minister dann eine Empfehlung für die vierte Impfung ein. In einem Interview hatte er gesagt, wenn man den Sommer ohne Krankheitsrisiko genießen wolle, dann würde er „jüngeren Menschen in Absprache mit dem Hausarzt natürlich eine Impfung empfehlen“.

Kritik kam wenige Tage später vom Leiter der Ständigen Impfkommission, Thomas Mertens: Ihm seien keine Daten bekannt, die eine solche Empfehlung rechtfertigen würden. Lauterbach erklärte daraufhin: „Ich habe nicht gesagt: Die vierte Impfung für alle.“

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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