Donnerstag, Januar 20, 2022
StartNACHRICHTENImportkontrollen nach Brexit befürchtet Großbritannien "böses Erwachen"

Importkontrollen nach Brexit befürchtet Großbritannien "böses Erwachen"

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Großbritannien hat vor über einem Jahr seinen endgültigen Bruch mit der EU vollzogen. Nun werden die Probleme mit Importen und neuen Kontrollen größer und die Logistikbranche schlägt Alarm.

Nach der Einführung neuer Brexit-Einfuhrkontrollen in Großbritannien für Produkte aus der EU erwartet die Logistikbranche eine weitere Abkehr der Spediteure vom britischen Markt. „Gerade für mittelständische Unternehmen wird das ein böses Erwachen“, vermutete der Chef des Bundesverbandes Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL), Dirk Engelhardt, im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Die Briten müssten mit steigenden Preisen und geringerer Verfügbarkeit für Produkte aus Europa rechnen.

Insgesamt dauert ein Rundlauf für deutsche Spediteure wegen der Zollformalitäten rund einen Tag länger als vor dem Brexit. Viele Fahrer aus der EU haben deshalb aufgehört, nach Großbritannien zu fahren – auch, weil es in anderen europäischen Ländern genug Auswahl an Jobs gibt, weil es vielerorts an Lkw-Fahrern mangelt. Engelhardt erwartet, dass die Abkehr von Großbritannien durch die seit Anfang des Jahres geltenden Einfuhrkontrollen für Waren aus der EU verschärft wird.

Mittelfristig erwartet der Experte, dass sich ein Markt mit deutlich weniger Logistikunternehmen und Fahrern bilden wird, die auf Reisen nach Großbritannien spezialisiert sind und große Unternehmen wie Autohersteller oder Supermärkte beliefern. Allerdings wird dies den Bedarf wohl nicht decken, sodass Großbritannien über weitere saisonale Maßnahmen nachdenken muss.

Vor gut einem Jahr hat Großbritannien seinen endgültigen Bruch mit der Europäischen Union vollzogen. Ein in letzter Minute ausgehandeltes Handelsabkommen sichert zwar einen weitgehend zollfreien Handel, neue Formalitäten und Kontrollen haben dennoch viele neue Hürden im Außenhandel geschaffen.

Auch Waren aus der EU unterliegen seit Anfang des Jahres strengeren Kontrollen. Britische Logistikunternehmen haben jedoch seit den ersten Tagen keine größeren Störungen oder Verzögerungen gemeldet. Zwar seien einige Fahrer bei den Kontrollen abgewiesen worden, dies habe aber nur zu einer durchschnittlichen Verspätung von 30 bis 60 Minuten geführt, teilte der Straßengüterverkehrsverband auf Anfrage mit. Zudem ist das Warenaufkommen in den ersten Januartagen noch eher gering.

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