Freitag, Januar 21, 2022
StartNACHRICHTENIn Bremen dominiert inzwischen in Deutschland die nahezu 100-prozentige Omikron-Variante

In Bremen dominiert inzwischen in Deutschland die nahezu 100-prozentige Omikron-Variante

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Omicron ersetzt Delta. Die zuerst in Südafrika entdeckte Variante macht mittlerweile gut 73 Prozent aller Neuinfektionen in Deutschland aus. Allerdings wirkt sich das auf das Land unterschiedlich aus. Wegen Covid-19 müssen weniger Menschen ins Krankenhaus.

Omicron ist die dominante Coronavirus-Variante in Deutschland. Das geht aus dem Wochenbericht des Robert-Koch-Instituts (RKI) für die erste Kalenderwoche 2022 hervor. Die regionale Verteilung ist sehr unterschiedlich. Die Zahl der Neuinfektionen steigt weiter und erreicht neue Höchststände. Auch der Anteil positiver PCR-Tests ist so hoch wie noch nie seit Beginn der Pandemie.

Bundesweit gibt das RKI den Anteil der Omicron-Infektionen in der ersten Woche des Jahres mit 73,3 Prozent an. In der Vorwoche lag dieser Wert noch bei 40,2 Prozent. Bis zum 10. Januar wurden in Deutschland 9.848 durch Genomsequenzierung bestätigte omicron-Fälle sowie 91.311 weitere Verdachtsfälle mit variantenspezifischen PCR-Befunden gemeldet.

Allerdings breitet sich die zuerst in Südafrika nachgewiesene Variante nicht überall in Deutschland gleich schnell aus. In Mecklenburg-Vorpommern liegt der Anteil nur noch bei 10,6 Prozent, wo die Delta-Variante noch ausschlaggebend ist (89,4 Prozent). In Sachsen (26,4) und Sachsen-Anhalt (28) liegt der Omikron-Anteil noch deutlich unter 30 Prozent.

In Westdeutschland ist das Infektionsgeschehen anders: Baden-Württemberg hat mit 72 Prozent den niedrigsten Omikron-Anteil aller westdeutschen Bundesländer. Die größte Verbreitung wird in Bremen gemessen, wo Omikron alle anderen Varianten fast vollständig ersetzt hat. Die neue Variante hat einen Anteil von 96,2 Prozent. Dieser Einfluss schlägt sich deutlich in der Zahl der Neuinfektionen nieder.

Insgesamt haben die Gesundheitsämter dem RKI in der ersten Kalenderwoche des Jahres 332.352 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Das sind rund 124.000 mehr als in der Vorwoche. Die Zunahme positiver Tests entspricht 60 Prozent. Besonders stark betroffen waren Berlin mit einem Plus von 131 Prozent und Bremen mit 121 Prozent sowie Schleswig-Holstein mit einer fast Verdopplung (plus 95 Prozent). In Sachsen (minus 4 Prozent), Sachsen-Anhalt (minus 5 Prozent) und Thüringen (minus 11 Prozent) ging die Zahl der Neuinfektionen hingegen zurück.

Entsprechend unterschiedlich sind die Sieben-Tage-Inzidenzen pro 100.000 Einwohner: Bremen liegt bundesweit an der Spitze mit 1044, gefolgt von Berlin mit 753. Besonders niedrig ist die Inzidenz in Niedersachsen (326) und Sachsen-Anhalt (282). In Deutschland liegt die Inzidenz bei 400.

Ein Blick auf die Altersgruppen zeigt, dass die aktuelle Pandemiewelle zu einem großen Teil von den 15-29-Jährigen getragen wird. Die Inzidenz beträgt 700 und liegt weit über dem Landesdurchschnitt. In der Altersgruppe der 15- bis 34-Jährigen ist der Anteil positiver Tests in der vergangenen Woche gestiegen, während er in allen anderen Altersgruppen konstant geblieben oder sogar gesunken ist.

Der Anteil positiver Tests (Positivrate) ist bundesweit am höchsten. Sie liegt jetzt bei 22,85 Prozent. In der Vorwoche waren es 21,51 Prozent. Deutlich mehr als jeder fünfte PCR-Test ist derzeit positiv. Insgesamt wurden fast 1,5 Millionen PCR-Tests durchgeführt. Das ist die höchste Zahl seit drei Wochen. Seit Beginn der Pandemie wurden fast 95 Millionen PCR-Tests durchgeführt, davon waren gut 8,2 Millionen positiv.

Bedenken, dass die Testkapazitäten angesichts der stark steigenden Fallzahlen bald erschöpft sein könnten, begegnet das RKI: „Auch wenn die Fallzahlen weiter steigen, wird es schon durch den Einsatz möglich sein, die Gesamtentwicklung verlässlich einzuschätzen etablierte Instrumente der Syndromüberwachung, die das einzelfallbezogene Meldesystem zur Erstellung der Sars-CoV-2-Epidemie in Deutschland ergänzen.“

Aktuell führt eine Covid-Erkrankung seltener ins Krankenhaus. Und wenn, dann sind zu viele ungeimpfte und ältere Menschen mit Vorerkrankungen betroffen. Die mit Abstand höchste Inzidenz von Krankenhauseinweisungen ist bei den über 80-Jährigen zu verzeichnen. Die Schätzwerte (Nowcast-Methode) der Hospitalisierungsinzidenz liegen insgesamt auf einem hohen Niveau und zeigen nach einer Stagnation wieder einen leichten Aufwärtstrend. Die Belastung auf den Intensivstationen bleibt aufgrund der großen Zahl sehr schwer an Covid-19 erkrankter Menschen hoch. Januar werden 3050 Menschen mit einer Covid-19-Diagnose auf einer Intensivstation behandelt, davon werden rund 1800 Menschen invasiv beatmet.

In den nächsten Wochen wird mit einer starken Zunahme von Infektionen mit der omicron-Variante gerechnet, die auch bei geimpften und genesenen Personen leichter übertragbar ist. Erste Studien deuten auf einen geringeren Anteil von Krankenhausaufenthalten im Vergleich zu Infektionen mit Delta-Varianten bei vollständig geimpften oder Booster-geimpften Infizierten hin. Für eine abschließende Einschätzung der Schwere der durch die omicron-Variante verursachten Erkrankungen reichen die vorliegenden Daten jedoch noch nicht aus.

Bis zum 11. Januar waren 75 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal und 72 Prozent vollständig geimpft. Zudem haben 44 Prozent der Bevölkerung bereits eine Auffrischungsimpfung erhalten. Allerdings sind 22 Prozent der Bevölkerung in der Altersgruppe der 18- bis 59-Jährigen und 12 Prozent in der Altersgruppe der über 60-Jährigen noch ungeimpft.

Das Robert-Koch-Institut schätzt das Risiko von Covid-19 für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland insgesamt als sehr hoch ein. Das Infektionsrisiko wird für die Gruppe der Ungeimpften als sehr hoch, für die Gruppe der Genesenen und Geimpften mit Grundimmunisierung (zwei Impfungen) als hoch und für die Gruppe der Geimpften mit Auffrischimpfung (drei Impfungen) als mittel eingestuft.

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