Donnerstag, Januar 20, 2022
StartNACHRICHTENIn den 1980er Jahren wurde Scholz von Stasi-Agenten ausspioniert

In den 1980er Jahren wurde Scholz von Stasi-Agenten ausspioniert

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Die Stasi sammelt offenbar seit Jahren Daten über den amtierenden Bundeskanzler und entsendet ausländische Agenten, die sich um ihn kümmern. Als stellvertretender Juso-Vorsitzender war er mehrfach in die DDR gereist.

Die DDR-Staatssicherheit hat während seiner Zeit als Juso-Politiker in den achtziger Jahren Informationen und Akten über den heutigen Bundeskanzler Olaf Scholz gesammelt. Das Bundesarchiv bestätigte am Donnerstag in Berlin auf Anfrage, Scholz‘ Stasi-Akten an die „Bild“-Zeitung übermittelt zu haben. Laut „Bild“ bezieht sich die Akte sowohl auf Reisen in die DDR als auch auf das Ausspionieren des Politikers und Anwalts in Hamburg.

Die Zeitung berichtete, Scholz sei als stellvertretender Vorsitzender der Jungsozialisten auf Einladung der FDJ mehrfach in die DDR gereist. Bei der Einreise musste die eingeladene Delegation keinen Zwangsumtausch vornehmen und passierte die Grenze ohne Zollkontrolle. 1988 hatte der DDR-Grenzposten am Bahnhof Friedrichstraße eine Vorschrift zur „höflichen Abfertigung“ erhalten.

Daniela Münkel, Forschungsleiterin im Stasi-Unterlagenarchiv, sagte der Zeitung: „Die Stasi-Abteilung XX/2 war zuständig für Delegationen westlicher Politiker, die vom Zentralrat der FDJ in die DDR eingeladen wurden. Das galt auch für Reisen. die Olaf Scholz in den 1980er Jahren mit einer Gruppe von Jusos in die DDR mitgenommen hat.

Gleichzeitig sei Scholz von der DDR-Auslandsspionage in Hamburg beobachtet worden, so die „Bild“. Westliche Agenten der Stasi mit den Decknamen „Kugel“, „Gustav“, „Giesbert“, „Konrad“, „Holm“, „Heine“ und „Udo“ berichteten zwischen 1978 und 1987 mindestens 19 Mal über Olaf Scholz und seine Anwälte. Gemeldete Aktivität in Hamburg. Nach Informationen der elektronischen SIRA-Datenbank der Stasi-Zentrale lieferte der 1993 enttarnte DDR-Spion „Kugel“ mindestens zwölf Meldungen mit Hinweisen auf Scholz.

„Die SIRA-Datensätze, in denen Olaf Scholz und weitere Mitglieder der Jusos genannt werden, enthalten Informationen über den Hamburger Landesverband der Jusos und die allgemeinen politischen Strömungen und Auseinandersetzungen innerhalb der Jusos auf Bundesebene in den 1980er Jahren“, so Münkel der Zeitung.

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