Sonntag, Januar 23, 2022
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In der Antarktis entdecken deutsche Forscher das größte Fischbrutgebiet der Welt

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60 Millionen Nester auf einer Fläche von der Größe von Frankfurt am Main: Deutsche Wissenschaftler haben einen sensationellen Fund gemacht. Nur durch Zufall entdeckten sie das riesige Brutgebiet.

Forscher des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) in Bremerhaven haben in der Antarktis das ihrer Meinung nach größte bekannte Fischbrutgebiet der Welt entdeckt. Das Gebiet am Grund des Weddellmeeres beherbergt auf 240 Quadratkilometern geschätzte 60 Millionen Nester von Eisfischen, teilte das AWI am Donnerstag mit. Die Nester wurden vor knapp einem Jahr durch Unterwasserfotos während einer Expedition entdeckt.

An Bord des Forschungseisbrechers „Polarstern“ sind den Forschern viele tausend Eisfischnester auf dem Grund des Weddellmeeres aufgefallen, als sie Livebilder eines vom Schiff geschleppten Unterwasserkamerasystems auswerteten. Der Fund kam völlig überraschend und löste in der Fachwelt Begeisterung aus. Im Durchschnitt zählten sie alle drei Quadratmeter ein aktives Nest, manchmal auch viel mehr.

Die Forscher schätzten später die Gesamtgröße des Brutgebiets mithilfe ozeanographischer und biologischer Kartierungen auf 240 Quadratkilometer mit einer geschätzten Gesamtzahl von rund 60 Millionen Nestern. Dies entspricht in etwa der Fläche der Stadt Frankfurt am Main. Als „faszinierend“ bezeichnete AWI-Biologe und Studienautor Autun Purser die Entdeckung, die die Forscher nun in der Fachzeitschrift „Current Biology“ vorgestellt haben.

Das Weddellmeer ist ein Teil der antarktischen Küste im äußersten Südatlantik. Nach Angaben des AWI ist es seit den 1980er Jahren Ziel von Forschungsreisen der „Polarstern“. Zuvor waren jedoch nur einzelne Eisfische der Art Neopagetopsis ionah oder kleinere Nestansammlungen registriert worden.

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