Freitag, Juni 24, 2022
StartNACHRICHTENIn Deutschland überwiegt zu etwa 50 Prozent der omicron-Subtyp BA.5

In Deutschland überwiegt zu etwa 50 Prozent der omicron-Subtyp BA.5

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Die Untervariante BA.5 ist inzwischen für jede zweite Corona-Infektion verantwortlich. Während das Robert-Koch-Institut weiterhin zur Vorsicht vor einer Ansteckung mahnt, sieht Virologe Stöhr derzeit keinen Anlass, eine Maske zu tragen oder Abstand zu halten.

In der Corona-Pandemie in Deutschland dominiert nun die omicron Subline BA.5. Das Robert Koch-Institut (RKI) spricht in seinem Wochenbericht zu Covid-19 von einem Anteil von rund 50 Prozent. Diese Daten beziehen sich jedoch auf die vorletzte Woche. Aktuell ist von höheren Werten auszugehen. Auch das RKI verzeichnete einen weiteren Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz und eine leicht steigende Belastung des Gesundheitssystems. Dies gelte insbesondere für die Intensivmedizin, hieß es.

Wie dem DIVI-Intensivregister zu entnehmen ist, steigt die Zahl der dort behandelten Corona-Infizierten seit einigen Tagen wieder an: Nach gut 600 Patienten zu Monatsbeginn waren es am Donnerstag 810. Laut RKI-Bericht hatte die Variante BA.5 in der Woche zuvor noch einen Anteil von 32 Prozent. „Die Anteile der Teillinie BA.2.12.1 und BA.4 stiegen jeweils auf 6 Prozent“, schreiben die Experten. Nicht jede positive Probe wird auf die Sublines untersucht, sondern nur eine Stichprobe.

Angesichts der steigenden Inzidenzen durch die breitere Anwendung von BA.4 und BA.5 fordert das RKI weiterhin die Einhaltung der Empfehlungen zur Infektionsvermeidung. Virologe Klaus Stöhr sieht dagegen derzeit keinen Anlass für strengere Einschränkungen. „Um es ganz deutlich zu sagen: Masken tragen und Abstand halten ist derzeit nicht nötig“, sagte er im Gespräch mit Ippen Media.

Einerseits gibt es keine Anzeichen für eine Überlastung des Gesundheitssystems. Andererseits schieben die Maßnahmen die Infektionen nur nach hinten. „Du wirst sie sowieso nicht daran hindern. Dadurch steigt das Risiko, dass der Peak im Winter größer wird“, sagte der Wissenschaftler, der Mitglied im Expertengremium zur Bewertung der Corona-Einschränkungen ist.

Auch hierzulande bemängelte Stöhr Datenlücken. Unklar ist, welche Altersgruppen oder Bevölkerungsgruppen noch nicht geimpft wurden oder durch überstandene Infektionen auf natürliche Weise immunisiert sind. „Wenn das durch Studien erkannt würde, könnte man eine gezielte Impfkampagne starten. Andere Länder wissen es besser.“

Er finde es richtig, dass die kostenlosen Bürgertests bald nicht mehr für alle zugänglich sein sollen, sagte Stöhr. „Wir sollten bei den Tests wieder zur Normalität zurückkehren. Die Normalität ist: Man führt einen Test bei Erkrankten durch, wenn das Ergebnis therapierelevant ist.“ Die Ausnahme bilden jedoch Krankenhäuser und Pflegeheime, wo es auch um die Vermeidung von Infektionen und den Schutz gefährdeter Gruppen geht.

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