Sonntag, Januar 23, 2022
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Infektiologe mahnt Wendtner zum Handeln: Muss vierte Impfung vorbereiten

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In Israel erhalten Risikopatienten bereits die vierte Corona-Impfung. Auch der Infektiologe Clemens Wendtner hält eine zweite Auffrischung in Deutschland für sinnvoll. Für eine neue Impfkampagne müssten jetzt Vorkehrungen getroffen werden, sagt er.

Der Münchner Corona-Experte Clemens Wendtner fordert eine schnelle Vorbereitung auf die vierte Corona-Impfung – mit den verfügbaren Impfstoffen. „Für mich wäre eine vierte Impfung vier bis sechs Monate nach der dritten Impfung eine adäquate Maßnahme“, sagte der Chefarzt der Infektiologie der Münchner Klinik Schwabing. Gleichzeitig wies er aber darauf hin, dass es aufgrund fehlender Daten noch keine Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) für eine vierte Impfung gebe.

Oft heißt es, man wolle auf den angepassten Omikron-Impfstoff warten. „Aber ich fürchte, das wird zu lange dauern“, sagte Wendtner. Mit neuen Impfstoffen sei nicht vor April zu rechnen – aber jetzt rollt die Omicron-Welle an. „Man muss jetzt eine Vier-Impf-Kampagne vorbereiten, auch basierend auf der Verfügbarkeit der aktuell zugelassenen Impfstoffe. Wir sollten nicht bis März bzw April, darüber nachzudenken“, sagte Wendtner.

Die vierte Impfung sei bereits ein Thema – und zwar für „die Leute, die im Spätsommer einen Schub bekommen haben“. Das können Beschäftigte im Gesundheitswesen sein, aber auch besonders gefährdete Personen, zum Beispiel in Seniorenheimen. Allerdings hat die Ständige Impfkommission (STIKO) bisher keine Empfehlung für die vierte Impfung ausgesprochen. Man warte noch auf Daten aus Israel, wo bereits die vierte Impfkampagne läuft. Dort erhalten derzeit Menschen mit Immunschwäche, Menschen über 60 sowie medizinisches und pflegerisches Personal für Senioren die zweite Auffrischung.

Auch Sebastian Ulbert, Impfstoffforscher vom Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie, unterscheidet bei der Frage nach der vierten Impfung zwischen Menschen mit gesundem Immunsystem und Menschen mit schwachem Immunsystem. Das bedeutet: Für Ulbert kommt die Gabe einer vierten Dosis zunächst nicht für alle in Frage, sondern vor allem für ältere Menschen und Risikogruppen, wie in Israel. Ob und wie die Wirkung der dritten Impfung bei einem gesunden Immunsystem nachlässt, ist noch unklar.

Wendtner hat Anfang 2020 die ersten Corona-Patienten in Deutschland in Schwabing behandelt. Seitdem wurden mehr als 1.600 Patienten in Schwabing versorgt, mehr als 3.600 insgesamt in der Münchner Klinik mit ihren fünf Standorten.

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