Sonntag, November 28, 2021
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Inzidenz steigt weiter – Deutschland überschreitet die Schwelle von 100.000 Toten

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Die Zahl der Corona-Toten hat eine traurige Marke überschritten. Und täglich kommen in der Regel Hunderte von Fällen hinzu. Die Impfung verlangsamte den Tod. Dennoch könnte die Zahl deutlich steigen.

Die Zahl der Menschen, die in Deutschland an oder mit Corona gestorben sind, hat die Schwelle von 100.000 Toten überschritten. Das geht aus den heutigen Zahlen hervor, die den Stand des Dashboards des Robert Koch-Instituts (RKI) um 3.47 Uhr widerspiegeln

Demnach meldeten die Gesundheitsbehörden dem RKI zuletzt innerhalb von 24 Stunden 351 Todesfälle, die Gesamtzahl seit Beginn der Pandemie liegt nun bei 100.119.

Die meisten Corona-Toten ereigneten sich laut RKI im vergangenen Winter mit mehr als 1.000 gemeldeten Fällen pro Tag. Im Moment ist die Sterberate deutlich niedriger, obwohl es deutlich mehr Infektionen gibt. Am Donnerstag erreichte die Sieben-Tage-Inzidenz mit 419,7 ihren Höhepunkt. Die Zahl der innerhalb eines Tages übertragenen Corona-Neuinfektionen hat erstmals die Schwelle von 70.000 Neuinfektionen überschritten. Laut RKI meldeten die Gesundheitsbehörden innerhalb von 24 Stunden 75.961 Fälle. Dass nun weniger Infizierte sterben, liegt auch daran, dass große Teile der Bevölkerung geimpft sind – insbesondere bei älteren Menschen, die anfälliger für schwere Erkrankungen sind.

Reinhard Busse von der Technischen Universität Berlin sagte kürzlich, der Anteil der Infizierten, die auf der Intensivstation behandelt werden, sei von sechs Prozent in der ersten Welle auf 0,8 Prozent gesunken. Laut Stefan Kluge, Direktor der Klinik für Intensivmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, liegt die Sterblichkeitsrate bei intensivmedizinisch behandelten Patienten bei 30 bis 50 Prozent.

Um die Zahl der Corona-Toten dauerhaft niedrig zu halten, müssten in Deutschland deutlich mehr Menschen geimpft werden. Wenn es keine Fortschritte gebe, müsse sich Deutschland auf mindestens 100.000 weitere Corona-Tote einstellen, „bevor sich die Fahrrinne beruhigt“, sagte kürzlich der Berliner Virologe Christian Drosten. „Das ist eine konservative Schätzung.“ Er leitet die Zahl ab, indem er sie mit Großbritannien vergleicht.

In der Statistik sind laut RKI Todesfälle enthalten, für die laborbestätigte Corona-Beweise vorliegen und die im Zusammenhang mit dieser Infektion gestorben sind. Demnach werden sowohl Personen erfasst, die direkt an der Krankheit gestorben sind, als auch solche, die mit Vorerkrankungen infiziert sind und deren Todesursache nicht abschließend geklärt werden kann.

Im Vergleich zu einigen anderen Industrienationen schneidet Deutschland noch vergleichsweise gut ab, wie Daten der Johns Hopkins University (JHU) in Baltimore zeigen. Deutlich mehr Tote pro 100.000 Einwohner gibt es in Frankreich, Spanien, Großbritannien und Italien. Die USA haben fast doppelt so viele Corona-Tote pro 100.000 Einwohner wie Deutschland, Bulgarien mehr als dreimal so viele. In Dänemark gibt es dagegen bislang weniger als halb so viele Corona-Tote pro 100.000 Einwohner wie in Deutschland. Allerdings ist zu beachten, dass die Zahlen aufgrund der unterschiedlichen Berichtssysteme nur bedingt Vergleiche zulassen.

Ab Mitte Oktober 2020 nahm nach Angaben des Statistischen Bundesamtes die Differenz der Zahl der Todesfälle gegenüber dem Mittelwert der Vorjahre zu – parallel zur steigenden Zahl laborbestätigter Covid-19-Fälle. Im Dezember lag die Zahl der Todesfälle 32 Prozent über dem Durchschnitt der Vorjahre. Anfang 2021 gingen sie langsam zurück.

Ab September stieg die Zahl der Toten wieder an. In der ersten Novemberhälfte 2021 wurde die Zahl der Todesfälle auf 16 bis 17 Prozent über dem Durchschnitt hochgerechnet. „Die gemeldete Zahl der Covid-19-Todesopfer erklärt diese Entwicklung nur zum Teil“, die Statistiker schränken sie aber ein. Grundsätzlich schwankt die Zahl der Todesfälle stark, beispielsweise können starke Grippewellen oder Hitzewellen im Sommer das Geschehen erheblich beeinflussen.

Laut Statistik des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung in Rostock starben in der letzten Oktoberwoche dieses Jahres rund 20.000 Menschen, rund 3000 mehr als der Durchschnitt zwischen 2010 und 2019. In der letzten Dezemberwoche 2020 war der Unterschied sogar noch größer um 8.000. MPI-Forscher Dmitri Jdanov bezifferte die Gesamtzahl der Menschen mit Übersterblichkeit im Jahr 2020 im Vergleich zu 2010 bis 2019 auf 77.000. Zum Vergleich: Das RKI gibt die Zahl der Corona-Toten Ende 2020 mit rund 33.000 an.

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