Sonntag, Oktober 17, 2021
StartNACHRICHTENJeder zehnte Mensch auf der Erde hat Hunger

Jeder zehnte Mensch auf der Erde hat Hunger

- Anzeige -


Die Welthungerhilfe warnt davor, dass die Welt weit vom Ziel entfernt ist, den Hunger bis 2030 zu besiegen. Kriege, Corona und der Klimawandel verschlimmerten die Situation. Nichtstun sei „Mord“, sagt Bundesentwicklungsminister Müller.

Die Welthungerhilfe warnt vor einer Zunahme der Hungersnot. Generalsekretär Mathias Mogge sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland: „Wir sind dramatisch vom Null-Hunger-Kurs bis 2030 abgewichen, denn der Hunger nimmt wieder zu.“ Rund 811 Millionen Menschen weltweit hungern derzeit, das ist fast ein Zehntel der Weltbevölkerung. Und 41 Millionen sind am Rande einer Hungersnot.

„Der aktuelle globale Hungerindex zeigt, dass 47 Länder bis 2030 nicht einmal ein niedriges Hungerniveau erreichen werden“, sagte Mogge. Die Welthungerhilfe stellt an diesem Donnerstag den sogenannten Welthunger-Index 2021 vor. Der internationale Bericht ermittelt die globale Lage und soll zeigen, wo Fortschritte gemacht wurden und in welchen Ländern der größte Handlungsbedarf besteht.

Der scheidende Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) geißelte die Situation mit scharfen Worten: „Hunger ist Mord, denn wir haben das Wissen und die Technik, um alle zufrieden zu stellen“, sagte er Augsburger Allgemeine. Dass täglich 15.000 Kinder verhungern, sei „ein unglaublicher Skandal“.

Die Ernährungslage verschlechtert sich laut Generalsekretär Mogge aufgrund der vielen verschiedenen Krisen: Kriege und Konflikte, Klimawandel und die Folgen der Corona-Pandemie. Gewaltsame Konflikte haben in den letzten Jahren wieder zugenommen. Sie sind einer der größten Hungertreiber. „Wo Krieg herrscht, werden Ernten, Felder und Infrastruktur zerstört und die Menschen fliehen aus ihren Dörfern“, sagte Mogge. Gefragt seien „politische Initiativen zur Eindämmung der Konflikte weltweit“ und „finanzielle Anstrengungen, um der akuten Hungersnot entgegenzuwirken“. Zudem muss die anstehende UN-Klimakonferenz in Glasgow verbindliche Vereinbarungen zur Bekämpfung des Klimawandels treffen.

Auch Entwicklungsminister Müller sagte: „Wir müssen die Bekämpfung von Hunger und Armut endlich als zukunftsweisende Friedenspolitik begreifen – und ganz oben auf die weltpolitische Agenda setzen.“ Eine Welt ohne Hunger sei grundsätzlich möglich: „Mit zusätzlichen 40 Milliarden Euro pro Jahr für nachhaltige Ernährung und Landwirtschaft durch die Industrie-, Privat- und Entwicklungsländer kann der Hunger bis 2030 bekämpft werden.“

ZUGEHÖRIGE ARTIKEL

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Anzeige

Am beliebtesten

Letzte Kommentare