Donnerstag, Januar 20, 2022
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Johnson unter Druck: Neue Vorwürfe und Rücktrittsforderung

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Die Briten waren im Lockdown – ihre Regierung feierte. Laut einem Medienbericht handelte es sich dabei nicht um Ausrutscher. Jeden Freitag soll am Regierungssitz eine „Weinsaison“ gewesen sein. Die Opposition fordert Konsequenzen.

Der britische Oppositionsführer Keir Starmer hat Premierminister Boris Johnson angesichts der eskalierenden „Partygate“-Affäre die Regierungsfähigkeit abgesprochen. Es sei nun im „nationalen Interesse“, dass Johnson zurücktrete, sagte der Vorsitzende der oppositionellen Labour-Partei auf einer Konferenz in London.

Er forderte die konservative Tory-Partei des Premierministers auf, das Notwendige zu tun und Johnson loszuwerden. „Was wir jetzt haben, ist eine Situation, in der Sie einen Premierminister haben, der die moralische Autorität verloren hat, zu führen“, sagte Starmer. Abgeordnete von Johnsons eigener Partei hatten bereits den Rücktritt des Premierministers ins Spiel gebracht.

Johnson steht seit langem immens unter Druck, vor allem wegen der Feierlichkeiten in der Downing Street während der Lockdown-Zeiten. Er entschuldigte sich am Mittwoch im Parlament für eine Gartenparty, an der er in seinem Amtssitz teilgenommen hatte. Sie fand im Mai 2020 statt – zu einer Zeit, als sich Großbritannien im strengen Corona-Lockdown befand und sogar Zusammenkünfte von mehr als zwei Personen im Freien untersagt waren.

Doch seit dieser Entschuldigung sind Berichte über weitere Feierlichkeiten am Regierungssitz aufgetaucht – unter anderem am Vorabend der Beerdigung von Queen Consort Prinz Philip im April 2021. Auch in Großbritannien galten damals strenge Corona-Regeln, die Queen Elizabeth II. verlassen haben allein in der Kapelle ihres Wohnsitzes musste Windsor sitzen, als ihr Mann beerdigt wurde.

Johnson selbst soll an dieser Feier nicht teilgenommen haben. In der „Weinzeit“, über die der „Daily Mirror“ inzwischen oft berichtet, dagegen oft. Dem Bericht zufolge trafen sich britische Regierungsmitarbeiter während des Corona-Lockdowns regelmäßig freitags auf einen Feierabenddrink am Londoner Regierungssitz. Der Ministerpräsident ermutigte sie sogar, „Dampf abzulassen“.

Die Zeitung veröffentlichte ein Foto, das angeblich einen Weinkühlschrank zeigt, der speziell für das Ritual gekauft wurde – und im Dezember 2020 durch eine Hintertür in der Downing Street geliefert wurde.

Laut Daily Mirror wurde die „Weinsaison“ in die Online-Kalender von rund 50 britischen Regierungsangestellten eingetragen. Johnson nehme oft am Ende des Arbeitstages an den Treffen teil, berichtete die Zeitung und zitierte eine Quelle mit den Worten: „Die Idee, dass er nicht wusste, dass getrunken wird, ist völliger Unsinn.“

Ein Regierungssprecher wollte den Zeitungsbericht nicht kommentieren. Ihm zufolge will die Regierung eine Untersuchung der Beamtin Sue Gray abwarten, die die „Fakten“ über Treffen während der Corona-Pandemie zusammentragen werde. Grey könnte nächste Woche ihren Bericht vorlegen.



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