Samstag, Oktober 1, 2022
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Kämpfe in Libyen: Drohgebärden oder Entscheidungsschlacht?

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Feindliche Milizen und zwei Politiker im Kampf um die Macht: Bei Kämpfen in Tripolis sind zahlreiche Menschen ums Leben gekommen. Die Kämpfe lassen nach, aber die Besorgnis über eine Rückkehr zum Bürgerkrieg in Libyen bleibt.

Noch immer qualmen verkohlte Autowracks auf den Straßen, große Einschusslöcher klaffen in den rußbedeckten Außenwänden von Wohnhäusern – Bilder in den sozialen Netzwerken zeugen von der Gewalt, mit der die Gewalt in Libyen erneut eskaliert ist. Mitten in Wohngebieten der libyschen Hauptstadt Tripolis kam es zu heftigen Kämpfen zwischen rivalisierenden Milizen.

Die Kämpfe haben seit mehreren Stunden nachgelassen, möglicherweise aufgrund von Vermittlungsversuchen, die die Vereinten Nationen und Ägypten sofort gestartet haben. Die traurige Bilanz bisher: zahlreiche Tote und viele zum Teil schwer Verletzte – die meisten Zivilisten, die zwischen die Fronten geraten sind. Einige wurden bis in die Nacht eingesperrt – in ihren Häusern, umgeben von Milizen, die wilde Schusswechsel zuließen.

Bei einigen der Zusammenstöße seien Zivilisten in ihren Häusern gestrandet, sagte Malek Marssit, ein Sprecher des Gesundheitsministeriums. „Zivilisten wurden verletzt und starben, weil Krankenwagen aufgrund der intensiven Kämpfe nicht zu ihnen gelangen konnten“, sagt er. „In diesen Gebieten herrscht Angst und Schrecken.“

Das Gesundheitsministerium teilte mit, dass inzwischen mehr als 60 Familien evakuiert wurden. Berichten zufolge wurden auch sechs Krankenhäuser beschossen, Krankenwagen konnten die Verletzten nicht erreichen und Menschen verbluteten. Das Gesundheitsministerium rief zu Blutspenden auf. Beinahe hilflos wandten sich Vertreter des Stadtrats von Tripolis den Kämpfern und Regierungen zu. „Zivilgesellschaftliche Organisationen in Tripolis rufen zur Ruhe auf und erinnern alle Kämpfer an das Verbot von Blutvergießen und Einschüchterung von Zivilisten. Gott schütze Libyen“, sagte der Stadtratsvertreter Omar Weheba.

Das Problem: Es gibt zahlreiche rivalisierende Milizen im Land, die allesamt schwer bewaffnet sind. Wie es nun weitergeht, ist völlig unklar. Alles hängt davon ab, ob die Schlüsselspieler an den Verhandlungstisch zurückkehren.

In Libyen tobt ein brutaler Machtkampf zwischen den beiden führenden Politikern des Landes, die jeweils eine Regierung gebildet haben: Abdul Hamid Dbeibah leitet als Ministerpräsident die Geschäfte in Tripolis und weigert sich, sein Amt niederzulegen. Ex-Innenminister Fathi Baschagha wurde im lange abgeschotteten Osten des Landes vom Parlament zum Regierungschef gewählt und beansprucht die Macht über ganz Libyen für sich. Beide Seiten haben Milizen hinter sich.

„Baschagha steht unter Druck“, sagte Senussi Sikri, Direktor des libyschen Zentrums für Forschung und Entwicklung in Istanbul, gegenüber Al Jazeera. „Seine Verbündeten haben ihre Streitkräfte konzentriert. Baschagha musste sich bewegen, um neue Tatsachen zu schaffen. Da er durch Verhandlungen erfolglos blieb, sah er nur die militärische Lösung.“

Ist es eine drohende Geste oder ein entscheidender Kampf? Ursprünglich sollten im Dezember vergangenen Jahres Wahlen in Libyen stattfinden. Diese wurden jedoch verschoben. Das Parlament in Tobruk im Osten des Landes ernannte daraufhin Baschagha zum Chef einer Übergangsregierung, die den amtierenden Ministerpräsidenten ersetzen soll. Dbeibah will die Macht jedoch nur an eine vom Volk gewählte Regierung abgeben. Im Mai kam es erstmals zu heftigen Kämpfen bei einem gescheiterten Putschversuch – damals hatte Baschagha erstmals militärisch versucht, die alte Regierung aus Tripolis zu vertreiben. Ähnliches könnte auch der Grund für die jüngsten Kämpfe gewesen sein.

Sollten die Vermittlungsversuche Ägyptens und der Vereinten Nationen erfolglos bleiben, besteht die große Gefahr, dass der langjährige Bürgerkrieg in Libyen wieder aufflammt



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Abgel T
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Ich arbeite seit ca. 3 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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