Freitag, Juni 24, 2022
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Kalifornien: Das dritte Dürrejahr in Folge

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Kalifornien hatte gerade eine der trockensten Quellen seit Jahrzehnten. Die Landwirtschaft muss Wasser sparen und die Bevölkerung ist dazu aufgefordert. Aber Experten sagen, es ist zu spät.

Im Lokalfernsehen aus San Francisco wird die Bevölkerung auf ein heißes Wochenende eingestellt: Bis zu 40 Grad soll es in der Bay Area geben. Gary geht normalerweise gegen 8 Uhr morgens joggen. Er ist heute zwei Stunden früher aufgestanden. Damit versuche er, der Hitze zu entkommen, sagt er. Das macht den Sport angenehmer. Seine Freundin riet ihm, früher als sonst auszugehen.

In diesem Jahr könnte die Wasserversorgung für den 40-Millionen-Einwohner-Staat knapp werden. Im Frühjahr hat es nicht geregnet und es war überdurchschnittlich wärmer. Infolgedessen ist die Schneedecke in der Sierra Nevada – einer Bergkette im Osten Kaliforniens – schneller als gewöhnlich geschmolzen. Die Seen des Staates, die als Wasserreservoirs dienen, sind nur zu drei Vierteln gefüllt. Und der Sommer kommt noch.

Richard Vasquez und seine Familie haben vor Wochen wieder mit dem Wassersparen begonnen. „Wir begrenzen das Duschen buchstäblich auf zweieinhalb Minuten“, sagt der Familienvater. Sie nennen es Militärduschen. Sie verzichten auch auf das Baden, weil es eine große Verschwendung ist. „Und wir spülen nur Nummer zwei, nicht Nummer eins. Wenn es also gelb ist, lass es bluten. Wenn es braun ist, spüle es runter.“

Vasquez konnte sich tatsächlich eine hohe Wasserrechnung leisten. Er lebt in einer großen Villa in San Rafael, gute 15 Autominuten nördlich von San Francisco. Zu seinem Besitz gehört auch eine fußballfeldgroße Wiese. Hier weidet im Frühsommer eine Ziegenherde, um die Brandgefahr zu mindern. „Die Ziegen beseitigen das Unkraut auf natürliche Weise, indem sie trockene, brennbare Büsche fressen“, erklärt Vasquez. „Dann tragen wir eine fünf bis sechs Zentimeter dicke Schicht Mulch auf. Das verhindert, dass das Unkraut zu schnell nachwächst.“

Seit vergangener Woche dürfen die Kalifornier ihren Garten nur noch zweimal pro Woche für maximal acht Minuten bewässern. Die Behörden appellieren an den guten Willen der Bevölkerung. Die Bestimmung ist nicht explizit zu kontrollieren – noch nicht.

Karin Fay und ihr Mann Jürgen sind vor acht Jahren von der Ostküste nach Nordkalifornien gezogen. Sie haben bereits mehrfach extreme Dürren erlebt. „Natürlich haben wir versucht, Wasser zu sparen“, sagen sie. „Wir haben zum Beispiel beim Duschen Eimer reingestellt und diese dann im Garten verteilt. Oder wenn ich in der Küche Gemüse oder Obst gewaschen oder geputzt habe, habe ich dann das Wasser aufgefangen.“ Das habe sie ziemlich lange gemacht, so Karin Fay weiter. Aber irgendwann hat es gereicht.

Das Rentnerehepaar hat kürzlich sein Haus mit großem Garten und Koi-Teich verkauft. Im Sommer betrug die Wasserrechnung oft umgerechnet 400 Euro und mehr. Die Tage sind heißer, berichtet Karin Fay, der Sommer heißer. Als sie damals ankamen, fand sie es manchmal kalt, sogar im Juni und Juli. Jetzt ist es viel wärmer.

Experten sagen, dass die diesjährige Dürrewarnung zu spät kommt. Du hättest im März mit dem Sparen beginnen sollen. Auch das Central Valley bereitet Sorgen. Dies ist die Obst- und Gemüsekammer der Vereinigten Staaten. Denn wenn hier nicht genug Wasser ankommt, droht eine wirtschaftliche Katastrophe.



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