Freitag, Juni 24, 2022
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Kap Verde an „Lanz“: Nouripour will schneller Waffen liefern

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Grünen-Chef Nouripour berichtet über die Zunahme von Kriegsverbrechen durch die russischen Streitkräfte: Ganze Familien werden entführt. Er will schnellere Waffenlieferungen.

Die russische Armee geht an der ostukrainischen Front immer brutaler vor. Unter anderem werden jetzt gezielt Wasserleitungen zerstört, um den Ukrainern den Zugang zu Trinkwasser zu entziehen oder dieses zu verseuchen.

„Dahin zu kommen ist ein ganz schlimmes Kriegsverbrechen“, kommentierte Grünen-Chef Omid Nouripour diese Taktik am Donnerstagabend mit Markus Lanz.

Aber auch viele weitere dieser Kriegsverbrechen wurden seit dem 24. Februar gesehen. Die Entführung ist laut Nouripour nur ein Beispiel. Er hat viele Freunde in der Ukraine. Ein Freund von Mariupol hat ihm erzählt, dass die Hälfte seiner Verwandten jetzt verzweifelt anruft, weil sie nicht wissen, wo sie sind, wahrscheinlich irgendwo in Ostsibirien.

„Ihm wurde gesagt: Von jetzt an bist du Russe“, sagte Nouripour. „Es gibt keine Konvention auf der Welt, keine Moral (…), die das irgendwie rechtfertigen könnte.“ So etwas komme vor – „und nicht zu eng“, so der Grünen-Chef weiter.

Diese Beschreibung passt auch zu dem Bild, das die Politikwissenschaftlerin Jana Puglierin vom aktuellen Kriegsverlauf gezeichnet hat.

Nach zunächst großen Angriffen hatten sich die Russen nun auf den Osten und Süden des Landes konzentriert. Die Donbass-Front ist die am härtesten umkämpfte. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj gab kürzlich bekannt, dass jeden Tag 60 bis 100 Ukrainer sterben und 500 Ukrainer verletzt werden.

Puglierin merkt an: „Das ist eine Zahl, wenn man langfristig darüber nachdenkt, die Ukraine hält das nicht lange durch.“

Nachdem das russische Militär zunächst einen schlechten Eindruck hinterlassen hat, setzt es nun auf einen Zermürbungskrieg. Raketenartillerie bombardierte 12 bis 18 Stunden am Tag. „Am Boden wird alles abgeschossen“, sagte der Politologe, „das geht Tag und Nacht, es ist ein Dauerbombardement“.

Darüber hinaus ist das russische Militär bei Artillerie und schweren Waffen überlegen. Dem kann die Ukraine nicht genug entgegensetzen.

„Für die Ukrainer im Donbass geht es, muss ich zynisch sagen, darum, den Russen so viele Verluste wie möglich zuzufügen“, sagte Puglierin. Denn wenn das Artilleriefeuer vorüber war, versuchten die Russen vorzurücken und zu landen. Die Ukraine strebt daher an, dieses „Land gegen Leben“ einzutauschen.

Laut Puglierin wäre Aufklärung ein besseres Verteidigungsmittel. Die Ukrainer hätten herausfinden müssen, woher die Bombardierung kam, und so die Möglichkeit haben, das Feuer zu erwidern.

Der Politikwissenschaftler lobte in diesem Zusammenhang die jüngsten Ankündigungen von Bundeskanzler Olaf Scholz zur Lieferung schwerer Waffen an die Ukraine. Aber er sagte auch:

Selbstfahrende Haubitzen, auf denen die ukrainischen Streitkräfte derzeit trainieren, oder das von Scholz angekündigte Flugabwehrsystem Iris-T würden einen Unterschied machen. Bei letzterem wird allerdings gemunkelt, dass er erst im November ausgeliefert werden kann.

„Das Problem ist der Zeithorizont“, sagt Puglierin. „Im Donbass ist es für die Ukraine jeden Tag wichtig, sich zu behaupten. Und sie haben einfach nicht genug schweres Gerät.“

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