Sonntag, September 25, 2022
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Kardinäle ernannt: Reformwillig – und relativ jung

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Die katholische Kirche hat 20 neue Kardinäle. Der Jüngste ist erst 48 Jahre alt, viele sind die ersten Kardinäle aus ihrer Region. Der Papst zeigt, wie er sich den Weg eines Nachfolgers vorstellt.

Sie sitzen im Halbkreis vor Papst Franziskus, den Kirchenmännern, die nun Kardinäle werden. Einer nach dem anderen erheben sie sich, einer nach dem anderen tritt vor und kniet vor dem Papst nieder.

Aus seinen Händen erhalten sie den Trachtenhut, das rote Barett, den Kardinalsring und ihre Ernennungsurkunde.

Es sind 20 Kardinäle, die Franziskus hier ernennt. 16 von ihnen sind unter 80 Jahre alt. Das Alter ist wichtig, weil nur Kardinäle, die bei einer Papstwahl jünger als 80 Jahre alt sind, wahlberechtigt sind. Franziskus kann also versuchen, durch die Ernennung jüngerer Kardinäle indirekt Einfluss auf die Wahl seines Nachfolgers zu nehmen – in der Hoffnung, dass sein Weg fortgesetzt wird.

Aber was schätzt Francis? Kurz zuvor beschrieb er in seiner Predigt, was seiner Meinung nach einen guten Kardinal ausmacht:

Franziskus betont dies mehrfach: Ein Kardinal muss sich um die große Diplomatie ebenso kümmern wie um die kleinen pastoralen Angelegenheiten.

Die Beschreibung passt zum Beispiel auf den neu geschaffenen Kardinal Leonardo Steiner, Erzbischof von Manaus im Amazonas – einem von der Corona-Pandemie stark betroffenen Gebiet. Steiner half bei der Verteilung von Sauerstoffflaschen. Der Brasilianer mit deutschen Wurzeln ist auch ein Kritiker der rechtspopulistischen Regierung Brasiliens. Für Steiner ist das kein Widerspruch:

Große politische Fragen – sie beschäftigen auch den Amerikaner Robert McElroy. Als Bischof der kalifornischen Grenzstadt San Diego setzt er sich für Migranten ein – und nahm es auch mit der Trump-Administration auf. McElroy sieht auch Rassismus, Einwanderung und Klimawandel als wichtige Themen für die Kirche:

McElroy gilt als Reformer – und als starker Unterstützer des Papstes. Francis ernannte ihn zum Kardinal, ignorierte aber den eigentlich einflussreicheren, konservativen Vorsitzenden der US-Bischofskonferenz. Ein Zeichen.

Franziskus ernennt auch Kardinäle aus Regionen, die noch nie einen Kardinal hatten, wie Osttimor. Mit den neuen Kardinälen aus Paraguay, Singapur und Korea wird die Kirche internationaler.

Und mit der Ernennung von Kardinälen wie Giorgio Marengo, etwas jünger. Der 48-jährige Italiener, der in der Mongolei arbeitet, wo es nur wenige Gläubige gibt, sagt zu seiner Ernennung:

Und was kommt als nächstes? Rechnet man die neuen Kardinäle hinzu, hat Papst Franziskus die Mehrheit der wahlberechtigten Kardinäle ernannt. Theoretisch ist es also wahrscheinlich, dass es eine Zweidrittelmehrheit für einen Papst geben wird, der den Weg von Franziskus am Ende fortsetzt.

Theoretisch – denn oft genug entscheiden sich die Kardinäle im Konklave mit ganz anderen Vorstellungen für einen neuen Papst.



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Abgel T
Abgel T
Ich arbeite seit ca. 3 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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