Donnerstag, Dezember 1, 2022
StartNACHRICHTENKehrten dem fairen Kölner Messdiener den Rücken zu, betrogener Kardinal Woelki

Kehrten dem fairen Kölner Messdiener den Rücken zu, betrogener Kardinal Woelki

- Anzeige -


Die Rolle des Akolythen sieht eigentlich keine Unmutsbekundungen vor. Doch rund 150 Jugendliche in Rom wollen Kardinal Woelki nicht mit „Frieden, Freude, Pfannkuchen“ davonkommen lassen. Während er seine Predigt hält, kehren sie dem umstrittenen Geistlichen einfach den Rücken.

Bei einem Gottesdienst des Kölner Kardinals Rainer Maria Woelki in Rom kam es zu einer Protestaktion von Ministranten. Während der Erzbischof am Montagabend vor fast 2000 Ministranten aus seinem Bistum in einer Basilika die Predigt hielt, wandten sich Dutzende Woelki zu und ab. Das berichteten Kölner Medien, darunter das Portal domradio.de, das von der Bildungseinrichtung des Erzbistums betrieben wird.

Die rund 2.000 Messdiener, die nach Rom und Assisi gepilgert waren, waren zur Messe in die Basilika St. Paul vor den Mauern gekommen. Als Woelki dann predigte, standen laut domradio.de 150 bis 200 Jugendliche auf und kehrten dem Erzbischof vor dem Altar den Rücken zu. Die Aktion ist auch auf Video zu sehen. Daraufhin unterbrach Woelki seine Predigt und wandte sich an die Demonstranten. Danach ging die Messe weiter.

Für seinen Umgang mit Missbrauchsskandalen in Köln steht der Kardinal seit langem heftig in der Kritik und unter Druck. Viele Katholiken bewerten die Situation in der Domstadt als unerträglich. Vor Monaten hatte Woelki dem Papst auf seine Weisung einen Rücktrittsantrag gestellt. Von Oktober 2021 bis März 2022 nahm Woelki auf Weisung des Oberhaupts der katholischen Kirche ein Sabbatical. Franziskus hat noch nicht über die Zukunft des Erzbischofs entschieden; er will sein Amt nur aufgeben, wenn er entlassen wird.

Nach dem Vorfall in Rom sagte Woelki auf domradio.de, ihm gefielen Art und Zeitpunkt des Protests nicht. Die jungen Leute hätten es „aus ihrer Sicht sicher gut gemeint“. Er kritisierte jedoch, „dass der Dienst dafür genutzt wird“ und nannte die Aktion „ein bisschen schwierig“. Schon während der Messe hatte Woelki den Jugendlichen gesagt, dass Jesus den Menschen nie den Rücken gekehrt habe. „Das war jetzt so. Und jetzt müssen wir das so akzeptieren“, sagte der 66-Jährige abschließend.

Pilgerreisende sagten gegenüber domradio.de, sie wollten nicht den Eindruck erwecken, in Rom sei alles „Frieden, Freude, Pfannkuchen“. Die Ministranten haben in der Regel „keine Stimme, keinen Verein“, der für sie sprechen kann. Die Unruhen im Erzbistum haben auch Folgen für die Arbeit des Ministranten, worauf diese Aktion aufmerksam machen wollte. Eine andere Teilnehmerin fand die Situation anstrengend: „Ich hatte nie etwas gegen Proteste, aber meine ganze Gruppe und ich empfanden das als den falschen Anlass.“ Die Stimmung war die ganze Zeit angespannt, jeder merkte, dass etwas nicht stimmte.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
ZUGEHÖRIGE ARTIKEL

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Anzeige

Am beliebtesten

Letzte Kommentare