Dienstag, September 27, 2022
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Kein deutscher Papst ernennt 20 neue Kardinäle

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Mitten im Sommer ruft der Papst alle Kardinäle nach Rom: Das sorgt erneut für Rücktrittsgerüchte. Doch bei der feierlichen Ernennung von 20 neuen Würdenträgern legt der Papst im Petersdom selbst Hand an. Die Auswahl der Kandidaten überrascht.

Papst Franziskus hat 20 neue Kardinäle im Vatikan ernannt. Fast allen neuen Kardinälen setzte das Oberhaupt der katholischen Kirche bei der Nachmittagsfeier im Petersdom persönlich die karmesinrote Mütze auf. Ein Kardinal liebt die Kirche – egal, ob es um große oder kleine Probleme geht, sagte Franziskus. Einer der neuen Würdenträger, Richard Kuuia Baawobr aus Ghana, fehlte aus gesundheitlichen Gründen. Bei den Ernennungen waren diesmal keine Bischöfe aus Deutschland dabei.

Mit den Ernennungen kann der 85-jährige Papst auch Einfluss auf die Wahl seines Nachfolgers nehmen: Bis zum Alter von 80 Jahren haben Kardinäle das Stimmrecht in einem Konklave, wenn über einen neuen Papst entschieden wird. Derzeit sind 16 der 20 neuen Würdenträger unter dieser Altersgrenze. Das Kardinalskollegium hat nun insgesamt 226 Männer – 132 von ihnen sind wahlberechtigt. Für Francis, der seit März 2013 im Amt ist, war es die achte Berufung. Die von ihm ernannten Kardinäle sind nun in der Mehrheit. Die anderen wurden noch von seinen Vorgängern Benedikt XVI. und Johannes Paul II. zum Kardinal erhoben.

An diesem Montag beginnt auch eine zweitägige Kardinalversammlung. Der Papst will über die neue Verfassung des Vatikans sprechen – „Prädikat Evangelium“ (Predigt das Evangelium). Dass Franziskus mitten im Sommer Kardinäle aus allen Teilen der Welt nach Rom berief, sorgte für Gerüchte über einen möglichen Rücktritt. Der 85-Jährige, der nun sichtlich mit dem Alter kämpft, schließt einen Rücktritt nicht aus – wie sein Vorgänger Benedikt XVI. Der emeritierte Papst aus Bayern – der mit bürgerlichem Namen Joseph Ratzinger heißt und mittlerweile 95 Jahre alt ist – lebt weiterhin im Vatikan.

Auch die Auswahl der neuen Kardinäle überraschte einige. Daraus lässt sich die Linie von Franziskus ablesen, bisher wenig beachtete Diözesen besser zu integrieren. Als jüngster Kardinal mit gerade einmal 48 Jahren trägt nun auch der Italiener Giorgio Marengo die karmesinrote Mütze. Er arbeitet als Apostolischer Präfekt in der mongolischen Hauptstadt Ulan Bator. „Ich bin dem Papst sehr dankbar für diese Wahl. Vor allem hat sie mich überrascht“, sagte Marengo. Dies ist ein Zeichen der Öffnung gegenüber kleinen Gemeinden. Seine eigene katholische Gemeinde in der Mongolei hat weniger als 1.500 Gläubige. Darüber hinaus erhielten beispielsweise die Erzbischöfe von Singapur, William Goh, und Asunción in Paraguay, Adalberto Martínez Flores, die Würde von Kardinälen.

Kirchenhistoriker Johannes Grohe erklärte: „Das Kardinalskollegium ist in den vergangenen Jahrzehnten immer internationaler geworden.“ Mehrere Erzbischöfe aus Diözesen, die traditionell Kardinäle werden, waren diesmal nicht dabei.

Ein Deutscher ist nicht unter den Neuankömmlingen, dafür aber ein Brasilianer mit deutschen Wurzeln: der Erzbischof von Manaus im brasilianischen Bundesstaat Amazonas, Leonardo Ulrich Steiner. „Ich sehe die Ernennung auch als Zeichen seiner (Francis‘) Verbundenheit mit dem Amazonasgebiet“, sagte der 71-Jährige. Kardinal Giovanni Angelo Becciu, der im Vatikan wegen eines Finanzskandals vor Gericht steht, war bei der Ernennung ebenfalls in der Basilika. Von deutscher Seite nahmen die Kardinäle Rainer Maria Woelki, Reinhard Marx und Gerhard Ludwig Müller teil.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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