Samstag, Dezember 10, 2022
StartNACHRICHTENKein Truppenabzug geplant Russland fordert eine Schutzzone um das AKW Saporischschja

Kein Truppenabzug geplant Russland fordert eine Schutzzone um das AKW Saporischschja

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Russland besetzt seit Monaten das ukrainische Kernkraftwerk Saporischschja. Immer wieder schlagen Granaten auf der Baustelle ein. Nun will der Kreml eine Schutzzone durchsetzen – allerdings zu seinen eigenen Bedingungen.

Die russische Atombehörde Rosatom hat sich für die Einrichtung einer Schutzzone um das besetzte Kernkraftwerk Saporischschja in der Südukraine ausgesprochen – allerdings zu Moskauer Bedingungen. „Wir glauben daran, wir brauchen es, die Parameter sind klar und es gab ein Gespräch mit Rafael Grossi (Leiter der Internationalen Atomenergiebehörde, IAEA)“, sagte der Chef der Agentur, Alexei Lichatschow, laut Interfax-Nachrichten Agentur.

Likhachev erklärte auch, wie er sich die Schutzzone vorstelle: Demnach solle die Ukraine das Gebiet weder beschießen noch versuchen, es zurückzuerobern. „Im Gegenzug ist klar, dass Russland dort keine Offensivwaffen und -kräfte stationiert, sondern nur Mittel zum physischen Schutz und zur Bewachung der Anlage einsetzt“, sagte der Leiter der Atombehörde. Gleichzeitig gab der Rosatom-Direktor bekannt, dass alle elektrischen Leitungen rund um die Atomanlage beschädigt seien. Das Herunterfahren des Reaktors auf den kalten Zustand biete nur „relative Sicherheit“, warnte er.

Die russischen Vorstellungen einer Schutzzone unterscheiden sich deutlich von den Forderungen der IAEO. Vor einer Woche forderte Moskau sie auf, das besetzte ukrainische Atomkraftwerk aufzugeben. Auch die Ukraine fordert den Abzug der russischen Truppen. Seit Monaten beschuldigen sich Kiew und Moskau immer wieder gegenseitig, die Anlage zu beschießen.

Weiter nördlich sind die drei ukrainischen Kernkraftwerke, die nach russischen Angriffen vom Netz genommen wurden, nun wieder ans Netz gegangen. Das ukrainische Energieministerium teilte per Telegram mit, dass es möglich sei, die drei von der Ukraine kontrollierten Anlagen am Morgen wieder anzuschließen. Die Atomkraftwerke sollen demnach ab Abend wieder Strom liefern können.

Am Mittwoch erklärte der staatliche Betreiber Energoatom auf Telegram, dass infolge des russischen Beschusses das Notsystem der drei Atomkraftwerke Riwne, Pivdennoukrainsk und Chmelnyzka aktiviert worden sei. Dadurch wurden alle Reaktoren automatisch vom Stromnetz getrennt. In der Folge kam es in der Region Kiew zu einem kompletten Stromausfall. Mehr als zwei Drittel der ukrainischen Hauptstadt waren ohne Strom – und das bei eisigen Temperaturen. In der Nacht fielen die Werte unter null Grad Celsius, es liegt bereits Schnee und die Straßen sind vereist.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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