Freitag, Juni 24, 2022
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Keine Angst vor BA.5-Variante RKI warnt bereits im Sommer vor Infektionsdruck

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Die Pandemie hat bereits mehrfach gezeigt, wie schnell Corona-Varianten durch Mutanten ersetzt werden können. Es sollte einige Wochen dauern, bis sich neue Omikron-Sublinien etablieren.

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) ist mit der Ausbreitung weiterer omicron-Sublinien ein erneuter Anstieg der Corona-Infektionen in Deutschland möglich. Erwartet wird, dass sich die Untervarianten mit den Namen BA.4 und B.5 weiter ausbreiten, „so dass es bereits im Sommer zu einem insgesamt steigenden Infektionsgeschehen und einem erneuten Anstieg des Infektionsdrucks auf gefährdete Personengruppen kommen kann“. warnte das RKI in seinem Wochenbericht zu Covid-19.

Saisonale Effekte – die das Virus eigentlich etwas bremsen – könnten die Ausbreitung dieser Varianten nicht kompensieren, wenn Verhaltensregeln nicht mehr eingehalten werden. „Das derzeit stärkste Wachstum zeigt der Anteil der Teillinien BA.4 und BA.5“, schrieb das RKI. Das Ergebnis: Schon in wenigen Wochen könnten diese Erreger den Großteil der Nachweise ausmachen.

Dem Bericht zufolge wurde BA.5 bei Untersuchungen aus der vorletzten Woche in jeder zehnten Probe gefunden – die Verdopplung setzte sich von Woche zu Woche fort. Der Anteil von BA.4 wird mit 2,1 Prozent angegeben, was ebenfalls etwa dem Doppelten der bisherigen Werte entspricht. Die Angaben basieren auf einer Stichprobe, nicht alle positiven Fälle werden auf Varianten untersucht.

Für den Vorteil, den BA.5 gegenüber den bisherigen omicron-Sublinien hat, spielt laut Experten das sogenannte Immune Escape eine Rolle. Das bedeutet, dass sich das virale Erbgut so verändert hat, dass es Antikörpern von geimpften und genesenen Menschen besser entgeht. Die gute Nachricht: Auch wenn Bedenken wegen einer möglichen Verschärfung der Erkrankung laut Berichten aus Portugal bestehen, hat das RKI dafür bisher keine Hinweise gesehen. Die bisherigen Daten deuteten nicht darauf hin, dass Infektionen mit BA.4 oder BA.5 schwerere Krankheitsverläufe oder anteilig mehr Todesfälle verursachten als die Unterlinien BA.1 und BA.2, schrieb das Institut. Diese hatten die vergangenen Wellen verursacht.

BA.2 wurde zuletzt in fast jeder Positivprobe gefunden, die in die Untersuchung einbezogen wurde – mittlerweile ist der Wert auf 87,5 Prozent gesunken. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz sei in der vergangenen Woche im Vergleich zur Vorwoche erstmals seit Mitte März wieder gestiegen (29 Prozent), teilte das RKI mit. Es sprach von einem Anstieg der Zahl der übertragenen Infektionen in der vergangenen Woche um rund 50.000 Fälle im Vergleich zur Vorwoche. Von einer Trendwende bei der Situation in den Krankenhäusern ist bislang jedoch keine Rede: Die Belastung der Kapazitäten des Gesundheitssystems nimmt laut RKI weiter ab. Die meisten Daten im Bericht beziehen sich auf die letzte Woche.

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