Donnerstag, Oktober 28, 2021
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Keine Präsidentschaftskandidatur Meuthen zieht sich aus AfD-Führung zurück

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Der langjährige AfD-Co-Vorsitzende Jörg Meuthen will bei der Neuwahl des Parteivorstands im Dezember nicht mehr für die Spitzenposition kandidieren. Das geht aus einem Rundschreiben hervor, das er an die Mitglieder der Partei verschickte.

Der langjährige AfD-Co-Vorsitzende Jörg Meuthen kandidiert bei der Neuwahl des Parteivorstands im Dezember nicht mehr für eine Spitzenposition. Meuthen kündigte dies in einem Rundschreiben an die Parteimitglieder an. Die Entscheidung soll er sich selbst nicht leicht gemacht haben und nach „vielen intensiven Gesprächen“, vor allem mit seiner Familie, geschafft haben.

Bei der Analyse der Stimmverluste nach der Bundestagswahl kamen die Spitzenkandidaten der AfD nicht auf eine gemeinsame Linie. Meuthen hatte eine schonungslose Analyse angekündigt und den Wahlkampf kritisiert. „Unterm Strich wird man das nicht als Erfolg vermelden können“, sagte Meuthen, der selbst nicht für den Bundestag kandidiert hatte. Die AfD startete mit dem Slogan „Mut zur Wahrheit“, zu dem auch „Nicht beschönigen“ gehört. Der Europaabgeordnete sagte, die AfD müsse intern darüber sprechen, ob es sinnvoll sei, die Forderung nach einem Austritt Deutschlands aus der Europäischen Union in das Wahlprogramm aufzunehmen.

„Ich bin mit dem Ergebnis nicht unbedingt 100-prozentig zufrieden“, sagte Spitzenkandidat Tino Chrupalla, der als Co-Vorsitzender mit Meuthen die Partei führt. Trotzdem sprach er von einem „sehr stabilen Ergebnis“. Co-Spitzenkandidatin Alice Weidel sagte, sie werde „niemanden über das Ergebnis schlecht reden lassen“.

Die AfD hatte ihr intern gestecktes Ziel erreicht, bei der Bundestagswahl mindestens zehn Prozent der Zweitstimmen zu gewinnen. Allerdings blieb sie sowohl in der Bundesregierung, wo sie 10,1 Prozent erhielt, als auch bei den Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin unter ihrem Stimmenanteil bei den vorangegangenen Wahlen. Die größte Unterstützung erhielt sie bei der Bundestagswahl von Arbeitern und Arbeitslosen. Damit setzt sie den von Ex-Parteichef Alexander Gauland eingeschlagenen Kurs fort, sich als „Partei des gemeinen Volkes“ zu etablieren. Deutlich schwächer schnitt dagegen die ehemalige „Professorenpartei“ bei den Selbständigen und Rentnern ab.

Im Osten, wo die vom Verfassungsschutz eingestufte rechtsextreme Tendenz der Partei besonders stark ist, erzielte sie insgesamt deutlich bessere Ergebnisse als im Westen. In Sachsen und Thüringen schaffte es die Partei mit rund einem Viertel der Zweitstimmen auf Platz eins, in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern auf Platz zwei. Die einzige Partei, die der AfD Wähler gab, war die Linke. SPD, CDU, CSU und FDP und in geringerem Maße auch die Grünen konnten dagegen bei der letzten Bundestagswahl Wähler für die Rechtspopulisten gewinnen.

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