Samstag, Oktober 1, 2022
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Kiew: Schwere Kämpfe in Cherson London: Russen haben Versorgungsprobleme

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Es ist noch nicht klar, wie effektiv der ukrainische Gegenangriff sein wird. Details sind kaum bekannt. Am Tag nach Beginn der Offensive sprach Präsident Selenskyj von verstärkten Kämpfen in der Region Cherson. Großbritannien bestätigt zumindest, dass das Artilleriefeuer entlang der Südfront zunimmt.

Die russischen Besatzer rund um die südukrainische Stadt Cherson leiden Militärexperten zufolge trotz erheblicher Verstärkungen unter Personal- und Versorgungsproblemen. Das geht aus dem Alltag Intelligenz-Update des britischen Verteidigungsministeriums zum Ukraine-Krieg. Ob die Russen der kürzlich gestarteten ukrainischen Gegenoffensive in der Region standhalten können, hänge entscheidend davon ab, ob eine Reorganisation der Invasionstruppen erfolgreich sei, teilte das Verteidigungsministerium in London mit.

„Seit Anfang August hat Russland erhebliche Anstrengungen unternommen, um seine Streitkräfte am Westufer des Flusses Dnipro (Dnjepr) um Cherson zu verstärken“, teilte das Ministerium auf Twitter mit. Die Einheiten im Süden wurden wahrscheinlich durch Komponenten aus dem Osten ergänzt. Dies legt eine grundlegende Neuordnung der Kommandostrukturen nahe. Die meisten Einheiten rund um Cherson sind jedoch nach wie vor unterbesetzt und auf fragile Versorgungsleitungen über Fähr- und Pontonbrücken angewiesen. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine Ende Februar veröffentlicht die britische Regierung regelmäßig geheimdienstliche Informationen über dessen Verlauf. Moskau wirft London eine gezielte Desinformationskampagne vor.

In der von Russland besetzten Region Cherson sind nach Angaben aus Kiew „schwere Kämpfe“ ausgebrochen. Es habe „den ganzen Tag und die ganze Nacht starke Explosionen gegeben“, teilte das Büro von Präsident Wolodymyr Selenskyj mit. „Fast das gesamte Gebiet“ der Region Cherson ist betroffen. Die ukrainische Armee hat am Montag eine Gegenoffensive gestartet, um die Region zurückzuerobern.

Die ukrainischen Streitkräfte hätten „Offensiven in verschiedene Richtungen“ gestartet, hieß es in einer Mitteilung aus Kiew. Das britische Verteidigungsministerium teilte in einer Sicherheitserklärung mit, das „Ausmaß des ukrainischen Vormarsches“ könne nicht bestätigt werden. Die ukrainische Armee habe jedoch „das Artilleriefeuer auf Frontabschnitte in der gesamten Südukraine verstärkt“, um die russischen Versorgungsleitungen mit „Präzisionsschlägen aus großer Entfernung“ zu unterbrechen.

Die Region Cherson mit ihrer gleichnamigen Hauptstadt am Ufer des Flusses Dnipro grenzt an die Schwarzmeerhalbinsel Krim, die 2014 von Russland annektiert wurde. Als erste Großstadt der Ukraine wurde Cherson von der russischen Armee eingenommen Anfang März, kurz nach Beginn der russischen Invasion. Die Region ist zentral für die Landwirtschaft des Landes und aufgrund ihrer Nähe zur Krim auch strategisch wichtig. In den von Russland besetzten Teilen von Cherson und der benachbarten Region Saporischschja verfolgt der Kreml eine Russifizierungspolitik mit Blick auf eine mögliche Annexion. Moskau hat dort den Rubel als Währung eingeführt und ermutigt die Einwohner, sich russische Pässe zu besorgen.



Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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