Dienstag, August 16, 2022
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"Klarer, starker Wuchs" Babyboom während der Pandemie in Deutschland

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In der Corona-Pandemie gibt es einen deutlichen Sprung in der deutschen Geburtenstatistik. Pro Frau gerechnet ist die Zahl der Neugeborenen erstmals seit 2017 wieder gestiegen. Die Statistiker führen dies auf die Umstände während des Lockdowns zurück. Aber wenn sie eine Frage haben, sind sie verwirrt.

Laut Statistischem Bundesamt kamen im vergangenen Jahr 795.492 Neugeborene zur Welt, rund 22.000 Babys mehr als im Vorjahr. 2021 sei die kombinierte Geburtenrate erstmals seit 2017 wieder gestiegen, teilte die Behörde mit. Während 2020 pro Frau 1,53 Kinder geboren wurden, lag die Geburtenrate im vergangenen Jahr bei 1,58 Kindern pro Frau.

Die relativ stabile Lage auf dem Arbeitsmarkt in Verbindung mit der besonderen Situation der Corona-Pandemie zum Zeitpunkt der Empfängnis soll zu diesem Anstieg beigetragen haben. Kann man in der Pandemie schon von einem Babyboom sprechen?

„Das ist auf jeden Fall ein deutlicher, starker Anstieg“, sagte eine Sprecherin des Statistischen Bundesamtes. Da der Anstieg vor allem auf Geburten im ersten und vierten Quartal zurückzuführen ist, dürften die Gründe vielschichtig sein: „Bei Geburten im ersten Quartal liegt der Zeitpunkt der Empfängnis im ersten Lockdown, als man noch optimistisch war, dass Corona bald kommt vorbei sein.“ Dank Kurzarbeitergeld und Zuschüssen sei auch die wirtschaftliche Situation vieler Menschen sicherer geworden. Da es sich bei den Neugeborenen hauptsächlich um andere Kinder verheirateter Eltern handelte, wurde der Lockdown vermutlich zur Familienplanung genutzt.

Der Anstieg der Geburten im vierten Quartal 2021 ist für Statistiker eher ein Rätsel. Denn die Zeit der Empfängnis sei in einer „eher schwierigen Zeit“ gewesen: Der Herbst-Lockdown von 2020 sei noch nicht vorbei, das Warten auf eine Impfung gehe weiter. „Wir haben noch zu wenig Daten darüber, welche Familien betroffen sind“, teilte das Statistische Bundesamt mit.

Der derzeit durchgeführte Mikrozensus könnte neue Erkenntnisse liefern. „Viele Fragen sind noch offen.“ Die Ergebnisse des Mikrozensus werden erst im nächsten Jahr veröffentlicht. Die Geburtenrate stieg vor allem in den westlichen Bundesländern – am stärksten in Baden-Württemberg mit einem Plus von fünf Prozent, gefolgt von Bayern und Hessen mit jeweils vier Prozent.

In den ostdeutschen Bundesländern betrug der Anstieg der Geburtenrate nur ein bis zwei Prozent, in Thüringen und Sachsen ging sie sogar leicht zurück. Die höchste Geburtenrate wurde 2021 in Niedersachsen mit 1,66 Kindern je Frau gemessen. Am niedrigsten war sie in Berlin mit 1,39.

Bei Frauen mit deutscher Staatsangehörigkeit lag die Geburtenrate im vergangenen Jahr mit 1,49 Kindern pro Frau deutlich höher als im Jahr 2020. Damals wurden 1,43 Kinder pro Frau geboren. Bei Frauen mit ausländischer Staatsangehörigkeit blieb die Geburtenrate mit 2,01 Kindern je Frau nahezu unverändert. Beim Erstgeborenen der Frau lag das Durchschnittsalter der Mütter im vergangenen Jahr bei 30,5 Jahren und das Durchschnittsalter des Vaters bei 33,3 Jahren. Unabhängig davon waren Mütter bei der Geburt im Jahr 2021 im Durchschnitt 31,8 Jahre alt – Väter 34,7.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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