Dienstag, September 27, 2022
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"Klimafreundliche Produktion" Lindner würde AKW dauerhaft am Netz lassen

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Der Energierückzug in Meseburg könnte turbulent werden. Finanzminister Lindner plädiert für einen unbefristeten Weiterbetrieb der letzten drei deutschen Kernkraftwerke. Die Grünen sind strikt dagegen. Gute Ratschläge für Ampeln kommen auch aus Prag.

Vor dem Rückzug der Bundesregierung auf Schloss Meseberg fordert die FDP, dass Deutschland den dauerhaften Weiterbetrieb der drei verbliebenen Atomkraftwerke hierzulande offen hält. Bundesfinanzminister Christian Lindner geht nach eigenen Worten von einem gravierenden Strommangel aus, „der auch mit Hilfe der Atomkraft bekämpft werden sollte“, wie er dem Fernsehsender „Welt“ sagte. „Einige unserer Städte werden dunkler, weil wir Strom sparen müssen. In einer solchen Situation verzichten wir dann aber auf sichere und klimafreundliche Möglichkeiten der Stromerzeugung wie die Kernenergie? Das überzeugt mich nicht“, sagte er weiter.

Mit Blick auf einen laufenden Stresstest der deutschen Stromversorgung sei er sich ziemlich sicher, dass vieles für den Weiterbetrieb der Atomkraftwerke spreche. Er würde immer versuchen, die Reserven zu sichern, die wir in dieser Situation haben. Es braucht einen Mix aus flüssigem Erdgas, Gasförderung in Europa, Kohle – und auch Kernkraft. „Mein Rat an uns: Seien Sie nicht zu wählerisch, sondern tun Sie alles, um eine Energiekrise in unserem Land abzuwenden.“

Bei den Beratungen am Dienstag und Mittwoch in Meseberg sollen die Themen Energieversorgung, Digitalisierung und Berufsbildung sowie eine „Nationale Sicherheitsstrategie“ auf der Tagesordnung stehen. Außenministerin Annalena Baerbock hat am Wochenende erneut eine längere Laufzeit der drei verbleibenden Atomkraftwerke über das Jahresende hinaus abgelehnt. „Ich bin nicht davon überzeugt, dass Atomkraftwerke unser Gasproblem lösen werden“, sagte der Grünen-Politiker in einem Zeitungsinterview. Den Ausgang noch einmal zu kippen, „wäre Wahnsinn und würde uns noch mehr kosten“.

Tschechien hatte zuvor an Deutschland appelliert, seine letzten drei Atomkraftwerke über das Jahr 2022 hinaus weiter zu betreiben. Es wäre schön, wenn der Betrieb deutscher Atomkraftwerke um mindestens einige Monate verlängert werden könnte, sagte der tschechische Ministerpräsident Petr Fiala nach einem Treffen mit Bundeskanzler Olaf Scholz in Prag. „Wir waren uns einig, dass eine europaweite Lösung zur Senkung der Strompreise gefunden werden muss“, sagte Fiala nach dem Gespräch mit Scholz. Diese hatten ein inakzeptables Niveau erreicht.

Anders als Deutschland setzt Tschechien weiterhin auf Kernenergie als Energiequelle. Nach Plänen der Regierung in Prag soll der Anteil der Atomkraft am Strommix des EU-Mitgliedsstaates bis 2040 auf mehr als die Hälfte steigen. Dazu ist der Bau neuer Reaktoren geplant.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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