Montag, November 29, 2021
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Kliniken füllen Intensivmediziner auf: Impfstatus darf bei Triage keine Rolle spielen

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Die Intensivbetten werden knapp. Thüringens Ministerpräsident hat bereits ungeimpften Menschen in seinem Bundesland mit Nichtbehandlung gedroht. Der Verband für Intensivmedizin betont nun: Das darf nicht sein.

Aus Sicht von Intensivmedizinern darf der Impfstatus eines schwer erkrankten Covid-Patienten bei der Entscheidung über die weitere Behandlung keine Rolle spielen. Die Deutsche Interdisziplinäre Gesellschaft für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) betont diese Maxime in der aktualisierten Fassung ihrer Empfehlungen, wie während der Corona-Pandemie mit knappen Ressourcen möglichst viele Menschen gerettet werden können.

Die ärztliche Hilfeleistung gelte unabhängig davon, wie es dem Betroffenen zuvor ging, sagte Georg Marckmann, Direktor des Instituts für Ethik, Geschichte und Theorie der Medizin in München, am Freitag.

„Es ist so, dass wir den Lungenkrebs von Rauchern genauso behandeln wie die koronare Herzkrankheit des Übergewichtigen. Und natürlich werden wir auch die Covid-Erkrankung eines ungeimpften Menschen behandeln“, sagte Marckmann. „Ein Kollege hat es sehr treffend formuliert: „Wir sind Retter, keine Richter. „

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (links) hatte angesichts der knappen Intensivbetten in seinem Bundesland bereits Anfang November gedroht: Es gebe eine „Pandemie der Ungeimpften“. Ramelow weiter: „Wir werden keinem, der ungeimpft ins Krankenhaus kommt, mehr garantieren können, dass er überhaupt noch in Thüringen behandelt wird.“

Mit der seit Wochen steigenden Zahl der Neuinfektionen steigt auch die Zahl der Covid-Patienten, die auf Intensivstationen behandelt werden müssen. In einigen Regionen stoßen die Kliniken bereits an ihre Kapazitätsgrenzen, sodass sich erneut die Frage stellt, welche Patienten bei knappen Ressourcen behandelt werden müssen. Experten sprechen in diesem Fall von Triage oder Priorisierung. Im März 2020 hatten acht Fachgesellschaften Empfehlungen erarbeitet, die nun aktualisiert werden.

Wichtigstes Entscheidungskriterium bleibt die Erfolgsaussicht einer Behandlung. Alle bedürftigen Patienten müssten gleich behandelt werden – Nicht-Covid-Patienten, zum Beispiel mit Herzinfarkt oder Schlaganfall, oder Krebspatienten sollen gegenüber Covid-19-Patienten nicht benachteiligt werden, betonen die Experten.

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