Mittwoch, Oktober 20, 2021
StartNACHRICHTENKrankheitsfälle in der US-Botschaft in Berlin LKA untersucht Havanna-Syndrom

Krankheitsfälle in der US-Botschaft in Berlin LKA untersucht Havanna-Syndrom

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Im August trat das Havanna-Syndrom erstmals bei amerikanischen Botschaftsvertretern in Deutschland auf. Die Liste der Betroffenen ist demnach auch fünf Jahre nach den ersten Vorfällen länger, die Ursache bleibt aber unklar. Das Berliner LKA kann die seltsamen Krankheiten möglicherweise aufklären.

Das mysteriöse Havanna-Syndrom beschäftigt mittlerweile auch deutsche Polizeibehörden. Das Landeskriminalamt Berlin hatte bereits im August ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts gefährlicher Körperverletzung an Unbekannten eingeleitet, berichtet der „Spiegel“. Grund dafür sind mehrere Krankheitsfälle in der US-Botschaft in Berlin, die dem Muster des Syndroms entsprechen. Mindestens zwei US-Beamte sollen sich in ärztliche Behandlung begeben haben. Die US-Regierung soll deutschen Ermittlern Material zu den Vorfällen gegeben haben.

Das Havanna-Syndrom ist eine mysteriöse Gesundheitsstörung, von der US-Diplomaten und Mitarbeiter des CIA-Geheimdienstes auf der ganzen Welt betroffen sind. Das Phänomen trat erstmals 2016 in der kubanischen Hauptstadt auf: Innerhalb kürzester Zeit klagten Dutzende Diplomaten der US-Mission in Havanna über plötzliche Schwindelanfälle, Kopfschmerzen und penetrantes Ohrgeräusch. „Ein Geräusch, als ob ein riesiger Zikadenschwarm einem von Zimmer zu Zimmer folgt, aber wenn man die Tür nach außen öffnet, hört es sofort auf“, schrieb Ende 2018 das US-Magazin „The New Yorker“.

Es gibt bereits Berichte über betroffene US-Diplomaten aus China, Russland, Georgien, Usbekistan, Kirgisistan, Polen, Kolumbien, Taiwan, Vietnam und Australien. Im Weißen Haus ist die Krankheit bereits aufgetreten. Zuletzt wurden erstmals Fälle aus Europa gemeldet. Insgesamt sind laut CIA rund 200 Botschaftsvertreter betroffen.

Die Ursache der Beschwerden ist noch nicht geklärt. Die USA vermuten, dass die Opfer mit Funkfrequenzen angegriffen wurden. Sowohl Mitglieder der Trump-Administration als auch die neue Regierung von US-Präsident Joe Biden haben heimlich auf Russland hingewiesen. Sie vermuten den russischen Militärgeheimdienst als Urheber. Die Regierung in Moskau weist den Vorwurf zurück.

Die National Academy of Sciences der USA spekuliert Ende 2020 in einem Bericht, dass „gezielte, gepulste Hochfrequenzenergie“ höchstwahrscheinlich für das Havanna-Syndrom – elektromagnetische Strahlung – verantwortlich ist. Dies ist die sogenannte Mikrowellentheorie. Es ist bekannt, dass in der ehemaligen Sowjetunion mit Mikrowellenwaffen experimentiert wurde. Bisher liegen den amerikanischen Sicherheitsbehörden jedoch keine Beweise dafür vor. Die meisten der beteiligten Diplomaten und CIA-Mitarbeiter waren Berichten zufolge in Russland-Angelegenheiten verwickelt.

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