Mittwoch, November 30, 2022
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Kreml-Chef feiert 70. mit Gipfel Putin bekommt Traktor und Melonen

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Wahrscheinlich gab es für Wladimir Putin angenehmere Jahre, um seinen Geburtstag zu feiern. Nun feiert der russische Präsident seinen 70. Geburtstag in seiner Heimatstadt St. Petersburg. Und bekommt Geschenke von treuen Verbündeten.

Unter dem Einfluss des Krieges in der Ukraine feierte der russische Präsident Wladimir Putin seinen 70. Geburtstag mit Staatsoberhäuptern aus ehemaligen Sowjetrepubliken. Konflikte, die es zu lösen gilt, brauen sich nicht nur in der Ukraine, sondern auch in anderen ehemaligen Sowjetrepubliken zusammen, sagte Putin im Konstantinpalast in St. Petersburg. Der aserbaidschanische Präsident Ilham Alijew und der armenische Ministerpräsident Nikol Paschinjan nahmen dort an einem „informellen Gipfeltreffen“ der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten teil.

Armenien und Aserbaidschan sind verfeindet und führten zuletzt Krieg um die Konfliktregion Berg-Karabach im Südkaukasus. Zu dem von ihm im Februar begonnenen Angriffskrieg gegen die Ukraine sagte Putin, dass „dort tatsächlich tragische Ereignisse stattfinden“. Bei der russischen Invasion wurden Hunderte von Städten und Dörfern zerstört und Tausende von Menschen, darunter Hunderte von Kindern, getötet.

Putin empfing auch den weißrussischen Machthaber Alexander Lukaschenko, der die Militärstützpunkte des Landes für die Angriffe auf die Ukraine zur Verfügung stellt. Während Lukaschenko Putin einen Gutschein für einen „handmontierten“ Traktor aus lokaler Fertigung überreichte und Tadschikistans Staatschef Emomali Rahmon Berge von Wasser- und Honigmelonen als Geschenk mitbrachte, kündigten sich in Oslo Menschenrechtsaktivisten aus Weißrussland, Russland und der Ukraine an neue Friedensnobelpreisträger.

Der diesjährige Preis, der als Zeichen gegen Krieg gilt, geht an den belarussischen Menschenrechtsanwalt Ales Byalyatski und zwei Menschenrechtsorganisationen, Memorial aus Russland und das Center for Civil Liberties aus der Ukraine. Bereits im vergangenen Jahr, als der Chefredakteur der kremlkritischen Zeitung „Nowaja Gazeta“, Dmitri Muratow, den Friedensnobelpreis erhielt, äußerte sich Putin selbst nicht öffentlich dazu.

Seinen Geburtstag feierte der Kremlchef in seiner Heimatstadt am Finnischen Meerbusen nicht nur mit Lukaschenko, der als Europas letzter Diktator berüchtigt ist, sondern auch mit zahlreichen anderen Staatsoberhäuptern, die international wegen Menschenrechtsverletzungen in die Kritik geraten. Neben Aliyev aus Aserbaidschan und Rahmon aus Tadschikistan nahm auch der kasachische Präsident Kassym-Jomart Tokayev an dem Treffen teil. Putin wollte damit einmal mehr zeigen, dass er trotz der Sanktionen des Westens wegen Russlands Krieg gegen die Ukraine international nicht isoliert ist. In der kommenden Woche will der Kremlchef nach Kasachstan reisen, um am 14. Oktober am ersten Russland-Zentralasien-Gipfel in der Hauptstadt Astana teilzunehmen.

Neben zahlreichen Glückwünschen zu seinem Jubiläum erhielt Putin auch geistliche Unterstützung. Das Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche, Patriarch Kirill, rief zum Gebet für den Kremlchef auf, der auch Oberbefehlshaber im Krieg gegen die Ukraine ist. „Gott hat Sie an das Ruder der Macht gestellt, damit Sie einen Dienst von besonderer Bedeutung und großer Verantwortung für die Ihnen anvertrauten Geschicke des Landes und der Menschen leisten können“, sagte Kirill in seinem Glückwunschtelegramm.

In einem Brief an die Priesterschaft rief das Kirchenoberhaupt außerdem zu zwei Gebetstagen für Putins Gesundheit und Langlebigkeit auf. Auch der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan rief ihn zu seinem Geburtstag an und gratulierte ihm, wie der Kreml mitteilte. Die Präsidialverwaltung listete akribisch auf, wer sonst noch gratulierte. Die Liste, zu der auch Nordkoreas Machthaber Kim Jong-Un gehörte, blieb überschaubar.

Das mit eiserner Hand regierende und wegen schwerster Verbrechen gegen die Menschlichkeit kritisierte Oberhaupt der russischen Republik Tschetschenien, Ramsan Kadyrow, hat im Nordkaukasus ein langes Glückwunschvideo aufgenommen. Putin habe eine Schlüsselrolle in der Geschichte des tschetschenischen Volkes gespielt und die Region vom Terror befreit, sagte der 46-Jährige. Der Chef der Staatsduma, Wjatscheslaw Wolodin, ergänzte seine Glückwünsche mit der Zeile: „Solange es Putin gibt, gibt es Russland.“

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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