Freitag, August 12, 2022
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Krieg in der Ukraine: Getreideexporte bleiben riskant

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Die Lieferung von Getreide aus der Ukraine ist weiterhin mit enormen Schwierigkeiten konfrontiert. Russlands Krieg macht den Versand nahezu unmöglich. Trotzdem sollen heute mehrere Konvois abfahren.

Yevheni steht am Strand der kleinen Stadt Tschornomorsk und blickt am Ufer entlang in Richtung Hafen. „Wenn Schiffe fahren, kann man das von hier aus gut sehen“, sagt er. „Dort drüben sehen wir den Hafen, den Leuchtturm, und meistens sieht man die Schiffe abfahren. Wo die Kräne stehen, gehen die ab – jetzt sieht man nichts mehr.“

Yevheni ist 26 und eigentlich in der Marketingbranche tätig. Jetzt kümmert er sich mit anderen Freiwilligen um die ukrainische Armee und Menschen in Not, nahe der Front, aber auch in seiner Heimatstadt Tschornomorsk. „Berlin“ steht auf seiner schwarzen Baseballmütze.

Das kleine Café hat geöffnet, aber der lange, helle Sandstrand ist menschenleer und grünes Unkraut schießt in die Höhe. Die Zugänge zum Meer sind mit NATO-Draht blockiert. Und so ein Draht wurde auch direkt auf dem tiefblauen Wasser abgerollt. Betreten und Schwimmen sind strengstens verboten, alle paar Meter warnen rote Minenschilder vor der tödlichen Gefahr im Wasser. Ein paar Strandspaziergänger haben noch verdächtig nasse Haare.

Ein Sprecher des türkischen Präsidenten Erdogan sagte am Sonntag, es sei wahrscheinlich, dass die ersten Frachter heute ablegen könnten. Auf ukrainischer Seite ist offiziell noch nicht klar, wann der Konvoi mit den ersten 16 Getreidefrachtern die beteiligten ukrainischen Schwarzmeerhäfen verlassen wird.

Aus ukrainischer Sicht ist der Export mit hohen Risiken verbunden. Gefahr droht durch unberechenbare russische Raketenangriffe und Moskaus Kriegsschiffe im Schwarzen Meer. Ukraines Landwirtschaftsminister Mykola Solsky sagte am Sonntag, Russland sei zu allem fähig: „Es ist klar, dass wir unter schwierigen Bedingungen exportieren, aber es gibt keine andere Möglichkeit“, sagt er.

Der erste geplante Schiffskonvoi mit fast 600.000 Tonnen Getreide wird rund 320 Seemeilen von Odessa nach Istanbul zurücklegen – rund 600 Kilometer. Er wird vom Kontrollzentrum in Istanbul überwacht. Online – mit Drohnen und via Satellit. Um den Süden vor russischen Angriffen zu schützen, hat die Ukraine die Häfen zu Beginn des Krieges vermint – und muss nun für sichere Korridore sorgen.

Dmytro Bodnariuk aus Odessa kennt die Ozeane wie seine Westentasche und schätzt die Situation so ein: „Ich habe viele Jahre als Kapitän gearbeitet und im November 2019 Getreide aus der Ukraine aus der Region Cherson nach China gebracht. Ich weiß also, wie.“ es geht, und jetzt ist es eine schwierige Sache, weil der Hafen vermint war. Es ist alles sehr schwierig – wenn sie den Korridor für die Schiffe gemacht haben und ihnen wirklich Sicherheit bieten, können sie gehen. Das ist sehr gut für die Ukraine, sehr wichtig.“

Aufgrund der Risiken sind Versicherungen entsprechend teuer. Nach Angaben des ukrainischen Landwirtschaftsministers Mykola Solsky wurde die Höhe vereinbart. Die Raten seien zunächst teurer gewesen, weil viele Unternehmen und Reeder abwarten würden, wie die ersten Exporte verlaufen, sagte Solsky der ukrainischen Nachrichtenagentur „Ukrinform“.

Politiker, Versicherungen, Reedereien, ausländische und ukrainische Getreidehandelsunternehmen oder ukrainische Landwirte – sie alle zählen darauf, dass es klappt.

„Lass uns noch ein bisschen weitergehen“, sagt Yevheni, während er in Tschornomorsk am Strand entlangspaziert. Grundlage für den Export ist ein von der Türkei und den Vereinten Nationen vermitteltes ukrainisch-russisches Abkommen. Während dieser Zeit sollten die ukrainischen Häfen nicht angegriffen werden, aber einen Tag später trafen Raketen den Hafen von Odessa.

„Dort drüben sieht man Odessa, die Häuser, die Kirche und wo die Raketen einschlugen, wir haben von hier aus alles gesehen“, sagt Yevheni. Zwei Iskander-Raketen trafen am Sonntagabend einen weiteren Steinbruch in Odessa. Der Stadtrat von Odessa sagte, sie seien von der von Russland annektierten ukrainischen Halbinsel Krim abgeschossen worden.

Abgel T
Abgel T
Ich arbeite seit ca. 3 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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