Donnerstag, Juni 30, 2022
StartNACHRICHTENKrieg in der Ukraine: Kiew meldet 10.000 getötete Soldaten

Krieg in der Ukraine: Kiew meldet 10.000 getötete Soldaten

- Anzeige -


Laut Präsidentenberater Arestowytsch wurden bisher rund 10.000 ukrainische Soldaten getötet. Nach Angaben des Bürgermeisters ist in Mariupol die Cholera ausgebrochen und die Leichen verwesen auf den Straßen.

Laut einem Berater des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj wurden seit der russischen Invasion im Februar rund 10.000 ukrainische Soldaten getötet. Die Zahl kam in einem der regelmäßigen YouTube-Videointerviews von Presidential Confidence Oleksiy Arestovych mit der russischen Oppositionsfigur Mark Feygin. Zuvor sagte der ukrainische Verteidigungsminister Oleksiy Reznikov, dass derzeit täglich bis zu 100 ukrainische Soldaten getötet werden.

Arestowytsch sagte auch, dass auf ukrainischer Seite selbst zu Beginn des Krieges jeden Tag etwa 100 Soldaten starben. Auf die Frage, ob man von insgesamt etwa 10.000 getöteten Soldaten ausgehen könne, antwortete er: „Ja, ungefähr.“ Laut Arestovych werden jedoch mehr russische Soldaten als ukrainische Soldaten dauerhaft getötet.

Weder die Ukraine noch Russland haben bisher erschöpfende Angaben zu den Opfern des am 24. Februar begonnenen Krieges gemacht. Selenskyj sprach zuletzt Mitte April in einem CNN-Interview von bis zu 3.000 getöteten Soldaten.

Derweil gehen die Kämpfe in der Ostukraine ohne größere Veränderungen im Frontverlauf weiter. Die ukrainische Seite spricht vom Erfolg ihrer Artillerie dank westlicher Munition – und appelliert, das Tempo der Waffenlieferungen zu erhöhen. Die Schlagkraft der ukrainischen Streitkräfte hänge von der Lieferung westlicher Waffen ab, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. Die Truppen würden alles tun, um die russische Offensive zu stoppen, solange es genügend schwere Waffen und Artillerie gab.

„Russland will jede Stadt im Donbass zerstören, ‚jede‘ ist keine Übertreibung. Wie Wolnovakha, wie Mariupol“, sagte Selenskyj. „All diese Ruinen einst glücklicher Städte, die schwarzen Spuren von Bränden, die Krater von Explosionen: Das ist alles, was Russland seinen Nachbarn, Europa, der Welt geben kann.“

Der Bürgermeister der von russischen Truppen kontrollierten südukrainischen Stadt Mariupol hat die Vereinten Nationen und das Internationale Rote Kreuz aufgefordert, sich für die Einrichtung eines Fluchtkorridors einzusetzen, damit die restlichen Bewohner die Stadt verlassen können. Die Cholera war ausgebrochen. „Ruhr und Cholera brechen aus“, sagte er im ukrainischen Fernsehen. „Der Krieg, der mehr als 20.000 Menschen das Leben gekostet hat, wird mit diesen Infektionsausbrüchen leider das Leben von Tausenden weiteren Menschen in Mariupol fordern.“ Die sanitären Einrichtungen seien zerstört worden. Auf den Straßen zerfallene Leichen.

Er warf den Besatzern auch vor, Wohnhäuser in der Stadt abzureißen, ohne zuvor die Leichen der toten Bewohner geborgen zu haben. Die Toten würden mit den Trümmern abtransportiert, schrieb Boitschenko im Nachrichtendienst Telegram.

In der wochenlang von russischen Truppen belagerten Hafenstadt wurden 1.300 Gebäude zerstört und unter jedem der mehrstöckigen Häuser sollen 50 bis 100 Menschen gestorben sein. Die Informationen können nicht unabhängig überprüft werden. Die ukrainischen Behörden schätzten die Zahl der Zivilisten, die in Mariupol getötet wurden, auf bis zu 20.000, bevor es von russischen Truppen gefangen genommen wurde.

Unterdessen setzt Russland seine Versuche fort, die besetzten ukrainischen Gebiete enger an sich zu binden. Ab heute sollen in Teilen der von russischen Truppen kontrollierten Region Saporischschja russische Pässe ausgegeben werden. Die Empfänger würden dann als vollwertige Bürger Russlands angesehen, sagte ein Mitglied der Besatzungsbehörden, Wladimir Rogow, gegenüber dem Fernsehsender Rossija-24. Ihm zufolge haben sich dort mehr als 70.000 Menschen beworben.

Präsident Wladimir Putin hat im Mai das Verfahren zur Erlangung russischer Pässe vereinfacht. Russland verteilt sie auch in anderen besetzten Gebieten und führt dort den Rubel als Zahlungsmittel ein. Ukrainische Behörden werfen den Besatzern vor, Menschen die russische Staatsbürgerschaft aufzuzwingen, und befürchten eine Annexion der besetzten Gebiete.



Quelllink

ZUGEHÖRIGE ARTIKEL

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Anzeige

Am beliebtesten

Letzte Kommentare