Dienstag, Dezember 6, 2022
StartNACHRICHTENKrisentreffen auf Bali: Was Sie über den G20-Gipfel wissen müssen

Krisentreffen auf Bali: Was Sie über den G20-Gipfel wissen müssen

- Anzeige -

Seit Dienstag treffen sich die wichtigsten Wirtschaftsmächte auf Bali. Aber die G20 ist gespaltener denn je. Was am Gipfel wichtig ist – und wem fehlt: Überblick.

Im Hintergrund: Sonne, Sand und Meer. Die Themen: Krieg, Hunger und Inflation. Auf der Urlaubsinsel Bali versammeln sich große Wirtschaftsmächte zu einem Gipfeltreffen zur Krise.

Auf der indonesischen Insel Bali steht das Wort Krieg jedoch nicht auf der Tagesordnung. Hinter dem Titel „Ernährungs- und Energiesicherheit“ verbirgt sich der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine, für viele der Teilnehmer das wichtigste Thema. Darüber wird in der ersten Arbeitssitzung am Dienstag beraten.

Neben US-Präsident Joe Biden, Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sitzt auch der russische Außenminister Sergej Lawrow als Vertreter von Präsident Wladimir Putin am Tisch. Was am Ende passiert: unklar. „Das wird noch ein harter Ritt“, sagte Scholz vor Beginn des Gipfels.

Die Europäische Union und 19 große Wirtschaftsmächte aus allen Kontinenten sind Teil der G20. Zusammen repräsentieren sie fast zwei Drittel der Weltbevölkerung, vier Fünftel der Weltwirtschaftskraft und drei Viertel des Welthandels.

Ebenfalls abwesend waren der mexikanische Präsident Andres Manuel Lopez Obrador, ebenfalls vertreten durch seinen Außenminister, und der bereits ausgeschlossene brasilianische Präsident Jair Bolsonaro.

Die G20 wurde 1999 zur internationalen Koordinierung in Finanz- und Wirtschaftsfragen gegründet. Inzwischen beschäftigt sich die G20 auch mit vielen anderen globalen Themen, von der Terrorismusbekämpfung über den Klimaschutz bis hin zur Bekämpfung von Pandemien. Und jetzt mit einem Krieg.

In den Anfangsjahren konnte man die Vielfältigkeit der Gemeinde verbergen: Neben demokratisch gewählten Staats- und Regierungschefs saßen dort immer Könige und Autokraten.

Heute ist klarer denn je, welche unterschiedlichen Vorstellungen sie von Demokratie, Völkerrecht und Menschenrechten haben. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine hat die Gruppe weitgehend gespalten.

Über den Veranstaltungsort entscheidet immer der Gastgeber. Hier spielen logistische Fragen eine Rolle: Sind genügend Hotelzimmer vorhanden? Gibt es einen großen Flughafen in der Nähe? Kann der Veranstaltungsort gut abgeschirmt werden?

Für die indonesische Regierung, die wohl noch nie so viele prominente Politiker zu Gast hatte, dürfte es auch darum gehen, sich von der besten Seite zu präsentieren. Den luxuriösen Ferienort Nusa Dua im Süden der „Insel der Götter“ nutzt er seit langem als Tagungsort.

Der Westen will zeigen, dass er vor einer verbalen Konfrontation mit Russland nicht zurückschreckt. G20-Mitglied Russland, so die Devise, dürfe das wichtige Forum für globale Fragen und Probleme nicht zerstören.

Scholz bedauert, dass Putin nicht anwesend ist. Er hätte sich dann allen Fragen seiner vielen Kritiker stellen müssen, sagt er. „Deshalb ist er wahrscheinlich nicht hier.“

Nach ZDF-Informationen aus europäischen Diplomatenkreisen haben sich die Verhandlungsführer bereits auf Teile der Abschlusserklärung für den G20-Gipfel geeinigt. Als Ergebnis haben sich die EU und 19 Staaten – darunter Russland – auf die Erklärung geeinigt, dass der Einsatz von Atomwaffen unzulässig ist.

Auch laut ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen könnte darin eine Passage stehen, die besagt, dass es heutzutage keine Kriege mehr geben soll. „Am Ende ist das Urteil so allgemein gehalten, dass sogar Russland zustimmen könnte“, sagte Theveßen. Es sei eine Frage der Definition, ob „der Krieg in der Ukraine, wie wir ihn sehen, ein Krieg aus russischer Sicht ist. Russland bestreitet das noch immer.“ Deshalb könnte es durchaus sein, dass Russland endlich zustimmt.

Außenminister Lawrow hatte zuvor angedeutet, dass Russland Zugeständnisse machen werde. Er sagte in einem Video aus seinem Ministerium, dass die endgültige Erklärung akzeptiert werde.

Der frühere US-Präsident Donald Trump hat für Dienstagabend eine „sehr wichtige Ankündigung“ gemacht. Der 76-jährige Republikaner dürfte an diesem Tag eine erneute Kandidatur für die Präsidentschaftswahl 2024 ankündigen, die nicht nur Biden und seine Delegation auf Bali betreffen wird.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
ZUGEHÖRIGE ARTIKEL

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Anzeige

Am beliebtesten

Letzte Kommentare