Donnerstag, Dezember 1, 2022
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Kritik am Hartz-IV-Nachfolger: Warum es sich lohnt, trotz Bürgereinkommen zu arbeiten

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Es entsteht der Streit um Bürgereinkünfte, der noch an den Bundesrat gehen muss. CDU und CSU kritisieren, dass sich ein Niedriglohnjob nicht mehr lohnt. Es ist wahr?

„Gesellschaft, die sich spaltet“, „Fake News“ und ein „schmutziges Rennen“: In den vergangenen Wochen ist der Streit um den Bürgergeldzuschuss der Ampelkoalition entbrannt. Der Bundestag hat nun über Einbürgerungseinkünfte entschieden, doch die Debatte um die Hartz-IV-Nachfolge ist noch lange nicht beendet: Das Gesetz muss am Montag noch im Bundesrat verabschiedet werden – doch CDU und CSU haben bereits angekündigt, die notwendige Zustimmung zu verweigern.

Die Kritik betrifft im Kern die Frage: Lohnt es sich, ein Bürgereinkommen zu erzielen, statt arbeiten zu gehen?

Die Gewerkschaft betont immer wieder, dass sich das Arbeiten nicht mehr lohnen würde, wenn das Bürgereinkommen eingeführt würde. CSU-Chef Markus Söder sagte etwa im ZDF, manche Menschen in einkommensschwachen Gruppen hätten „letztendlich weniger, wenn sie arbeiten, als wenn sie nicht arbeiten“. Ähnlich äußerte sich CDU-Chef Friedrich Merz in der ARD.

Auch die CSU hat eine Kampagne mit dem Titel „Das Ergebnis muss sich lohnen“ gestartet: Ein Beispielszenario will zeigen, dass ein Paar mit zwei Kindern mehrere hundert Euro mit Grundeinkommen zur Verfügung hätte, verglichen mit einer Person in der Familie, die das Minimum zahlt Lohn würde zur Arbeit gehen.

Das Problem bei Beispielrechnungen: Sie seien meist unvollständig und verschleierten die staatlichen Leistungen, die Geringverdienern zustehen, sagt Susanne Gerull, Professorin für Theorie und Praxis der Sozialen Arbeit an der Alice-Salomon-Hochschule in Berlin.

Einzelpersonen und insbesondere einkommensschwache Familien haben Anspruch auf verschiedene finanzielle Hilfen: Wohngeld, Kindergeld oder einen Unterhaltsvorschuss für Alleinerziehende. Diese Zahlungen sind sehr individuell und hängen vom Einkommen, der Wohnungsgröße und auch vom Wohnort ab. Sie können sich aber auf mehrere Hundert Euro summieren und sorgen so dafür, dass Arbeitnehmer mehr Geld zur Verfügung haben als Bürgerschaftsverdiener.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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