Donnerstag, Februar 2, 2023
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Kritik an Schneekanonen Experte: Auch die Alpen sind nicht mehr schneesicher

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Das aktuelle Bild in vielen Skigebieten – eher grün und braun als weiß – werde künftig zum Normalfall werden, sagt ein Geographie-Professor. Schneesicherheit gibt es in Europa nicht mehr. Sie kritisiert den Einsatz riesiger Speichertanks für Kunstschnee. Die Energiekosten sind immens.

Laut der Straßburger Geographieprofessorin Carmen de Jong muss sich der Wintertourismus stärker an die Folgen des Klimawandels anpassen. „Schneesichere Skigebiete gibt es in Europa nicht mehr“, sagte de Jong. Dies gilt auch für die Höhenlagen der Alpen. Schneesicherheit bedeutet für sie, dass man vom 1. Dezember bis Ende März jederzeit Ski fahren kann. Das Gebiet sollte nicht auf Kunstschnee oder Schneetransport per LKW oder Helikopter angewiesen sein. De Jong sagte, dass unabhängig vom Klimawandel versucht werde, die Skisaison zu verlängern. Im Schwarzwald und in den Alpen prägen Hitze und Schneemangel die aktuelle Wintersportsaison. Für die künstliche Beschneiung ist es oft zu warm.

Ohne künstliche Beschneiung sei Wintersport für längere Zeit nicht mehr möglich, sagte der Hochschullehrer mit Blick auf den Schwarzwald. Dies gilt sowohl für höher gelegene Gebiete wie den Feldberg als auch für tiefer gelegene Gebiete wie Seibelseckle. Setzt sich der Trend fort, rechnet sie damit, dass der Winter kürzer und „löchriger“ wird. „Man kann die Wintersaison nicht als Erfolg bezeichnen, wenn sie nicht kontinuierlich ist.“

De Jong machte auf die Umweltauswirkungen von Stauseen aufmerksam, die für die großflächige künstliche Beschneiung notwendig sind. Das Wasser dafür kommt oft aus großen Entfernungen und das Hochpumpen verursacht hohe Energiekosten. „Die Stauseen in den Alpen mit Fassungsvermögen von bis zu 400.000 Kubikmetern sind überdimensioniert, weil vor Ort nie genug Wasser zur Verfügung steht“, sagt der Wasserwissenschaftler. Ein neuer Trend ist sogar die Erschließung des Grundwassers.

Angesichts der Energiekrise hatte der Bund Naturschutz in Bayern bereits Ende November an die Betreiber appelliert, ganz auf den Einsatz von Schneekanonen zu verzichten. Eine weitere Forderung lautete, dass die bayerische Staatsregierung keine weiteren Genehmigungen für den Betrieb erteilen dürfe. Bayern sollte sich auch mit Österreich und der Schweiz abstimmen, um eine Lösung für den gesamten Alpenraum zu erreichen.

De Jong wies darauf hin, dass mancherorts in Frankreich bereits neue Weichen gestellt würden. Im südlich gelegenen Département Drôme soll beispielsweise nicht mehr in künstliche Beschneiung investiert werden. Der Hauptgrund dafür ist der Schutz der Wasserressourcen. Stattdessen wird der Vier-Jahreszeiten-Tourismus gefördert. „Für diese Art von Tourismus sind viel weniger Investitionen erforderlich.“ Das könnte sich lohnen – auch wenn Gäste im Sommer weniger Geld ausgeben.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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