Donnerstag, Oktober 28, 2021
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Kunduz in Afghanistan – Anschlag in Moschee – mindestens 20 Tote

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Bei einer Explosion eines Sprengsatzes sind beim Freitagsgebet in einer afghanischen Moschee offenbar zahlreiche Menschen ums Leben gekommen. Die Taliban bestätigen den Angriff, aber noch hat niemand gestanden.

Bei einem Anschlag auf eine Moschee in der nordafghanischen Stadt Kunduz sind mindestens 20 Menschen ums Leben gekommen. Bislang seien 20 Tote und 90 Verletzte in ein Krankenhaus in Kunduz eingeliefert worden, das von der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) betrieben werde, sagte ein Sprecher der Organisation am Freitag. Weitere Opfer seien in ein nahegelegenes regionales Krankenhaus eingeliefert worden, hieß es.

Der Sprecher der militanten islamistischen Taliban hatte zuvor mitgeteilt, bei einer Explosion in einer schiitischen Moschee in Kundus seien „mehrere Menschen getötet und verletzt worden“. Taliban-Spezialeinheiten seien vor Ort und eine Untersuchung des Vorfalls habe begonnen, hieß es. Laut lokalen Medien ereignete sich der Vorfall während des Freitagsgebets.

Noch höhere Opferzahlen wurden befürchtet. Lokale Journalisten berichteten von mehr als 70 Toten und Dutzenden von Verletzten. Genaue offizielle Angaben gab es zunächst nicht. Auf Videos, die in sozialen Medien geteilt werden, sind Dutzende von Toten und Verletzten zu sehen. Ein weiteres Video zeigt Männer und Frauen, die nach der angeblichen Explosion eine Straße entlangrennen und schreien.

Der Journalist Saki Darjabi schrieb auf Twitter, unbestätigten Berichten zufolge habe es sich um einen Anschlag eines Selbstmordattentäters gehandelt. Bisher hat niemand den Angriff gestanden. In der Vergangenheit griffen vor allem die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) schiitische Ziele in Afghanistan an.

Die Angriffe des IS fanden jedoch hauptsächlich in der Hauptstadt Kabul und den östlichen Provinzen Nangarhar und Kunar statt. Zuletzt hatte der IS unter anderem Ende August während der noch laufenden internationalen militärischen Evakuierungsmission einen verheerenden Anschlag auf den Flughafen von Kabul mit knapp 200 Toten nach Medienberichten behauptet.

Laut Afghanistan-Experte Thomas Ruttig vom Think Tank Afghanistan Analysts Network bedeuten die Anschläge des IS nicht, dass die Gruppe stärker geworden ist. Nach dem Verlust seiner Stützpunkte in Ostafghanistan in den Jahren 2019 und 2020 lebten offenbar im Untergrund Überreste, die zu solchen Angriffen fähig waren.

Mitte August übernahmen die Taliban die militärische Macht in Afghanistan. Armee und Polizei brachen auseinander und Regierungsbeamte flohen. Die Islamisten riefen eine Regierung aus. Dies ist mit zahlreichen Problemen konfrontiert, darunter die Gewährleistung der Sicherheit im Land.

Die Taliban sind Feinde des IS und bekämpfen ihn seit seinem Auftauchen in Afghanistan Anfang 2015. Die Angriffe des IS zeigen laut Ruttig, dass die Taliban wie die Vorgängerregierung nicht in der Lage sind, den Terrorismus der Rivalen vollständig zu stoppen.

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