Dienstag, Oktober 26, 2021
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Kurz vor Parteineuordnung schickt Laschet Mail – Parteikollege "platzt der Kragen"

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Die Union ist bei den Bundestagswahlen abgestürzt, eine Jamaika-Koalition ist in weiter Ferne. Und doch: Armin Laschet will nicht aufgeben. Eine E-Mail ließ einigen von ihnen „den Kragen platzen“.

Der CDU-Vorsitzende Armin Laschet schickte am Samstag eine E-Mail an seine Parteikollegen, in der er wiederholte, die CDU sei „bis zur letzten Sekunde“ bereit für eine Jamaika-Koalition aus CDU, Grünen und FDP. Doch was den Mitgliedern das Gefühl geben soll, einen starken Parteivorsitzenden zu haben, sei für manche ein Problem, berichtet der „Focus“.

„Wir haben tagelange intensive Beratungen hinter uns. Die FDP und die Grünen haben beschlossen, mit der SPD Gespräche über die Bildung einer neuen Bundesregierung zu führen. Wir, die CDU in Deutschland, knallen keine Tür zu“, schrieb Laschet an die CDU-Politiker. „Unser Angebot, wie Deutschlands CDU steht – bis zur letzten Sekunde der Regierungsbildung“, bekräftigte er. Die CDU will laut Laschet „die Alternative zur roten Ampel“ sein.

Der Berliner CDU-Politiker Peter Mair reagierte verärgert auf Laschets Worte. Auf Twitter schrieb er, er habe sich beim Lesen „wirklich das Genick gebrochen“. Der Grad der „Realitätsverleugnung und Demütigung“ ist nicht mehr erträglich. „Die große CDU, Partei von Adenauer, Kohl und Merkel, wartet nicht wie ein Hund vor der Tür, um zu sehen, ob etwas wegfällt. Wer sind wir?“, empörte sich Mair.

Er kritisierte auch, es sei ein schlechter Stil, über die „Stillstandsampel“ zu schimpfen. „Stattdessen ist es die patriotische Pflicht, der kommenden Regierung viel Erfolg zu wünschen. CDU und CSU hingegen befürworten jetzt eine „faire, aber vor allem harte Oppositionsarbeit“. Zuletzt, so Mair, eine persönliche Entschuldigung gebührt – bei Abgeordneten, die ihre Sitze verloren haben, und Tausenden von Mitgliedern, die ihren vollen Einsatz gegeben haben.“ Sie wollen Ehrlichkeit und keine Taktik, nur um sich möglichst viele Optionen offen zu halten“.

Doch damit nicht genug: Auf Laschets Ankündigung, er wolle sich mit den Landesvorsitzenden der Partei beraten, wie sie die Neupositionierung gestalten wollen und einen „Konsenskandidaten für die Spitzenposition“ finden, schreibt Mair: „Und Laschet redet darüber nochmal nur bei den Chefs? Hat er nichts gelernt? Ich bin kein Fan von Mitgliedschaftsentscheidungen, aber das ist der einzige Weg.“

„Sehen wir uns den Tatsachen ins Auge. Die Union muss in die Opposition“, stellt der CDU-Politiker klar. Jetzt heißt es „aufstehen, Dreck abstauben und fit für 2025 werden“.

CDU-Chef Armin Laschet hat sich am Montagmorgen vor dem offiziellen Beginn der Sitzungen der Spitzengremien seiner Partei mit Mitgliedern des engsten CDU-Führungskreises getroffen. An den Beratungen nahmen neben dem Unionskanzlerkandidaten auch Generalsekretär Paul Ziemiak und Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier teil. Mehrere Mitglieder der Gruppe fuhren durch die Tiefgarage zur Parteizentrale. Es war Stillschweigen vereinbart worden – zunächst äußerte sich niemand zur Ankunft.

Laschet wollte nach der historischen Katastrophe bei der Bundestagswahl seine Pläne zur personellen und inhaltlichen Erneuerung der Parteispitze präsentieren – ab 9 Uhr dem Präsidium, ab 11 Uhr dem Großen Vorstand. Er kündigte am Donnerstag an, den Erneuerungsprozess moderieren und den Gremien einen Parteitag zur Neuordnung vorschlagen zu wollen. Laschet hatte seine eigenen Ambitionen hinsichtlich einer personellen Neuausrichtung und auch für mögliche weitere Verhandlungen mit Grünen und FDP über ein Jamaika-Bündnis beiseite gelegt

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