Montag, Januar 24, 2022
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Laborkapazitäten gehen zur Neige Wer hat Anspruch auf einen kostenlosen PCR-Test?

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Dank Omikron ist der Bedarf an PCR-Tests sprunghaft angestiegen. Die auswertenden Labore stoßen nun an ihre Kapazitätsgrenzen. Aber wer hat Anspruch auf einen kostenlosen PCR-Test? Und für wen gibt es eventuell andere Lösungen?

Beim Selbsttest erscheint der gefürchtete zweite Streifen, die Corona-Warn-App leuchtet rot oder der Freund, der vor zwei Tagen zu Besuch war, ist positiv: Szenarien, die angesichts der sich ausbreitenden Omicron-Variante vielen Menschen aktuell bekannt sein dürften. Aber in welchem ​​Fall haben Sie Anspruch auf einen kostenlosen PCR-Test?

Grundsätzlich sollte bei einem positiven Antigen-Schnelltest die getestete Person einen kostenlosen PCR-Test machen, um das Schnelltest-Ergebnis zu bestätigen, schreibt das Bundesgesundheitsministerium auf seiner Website. Dies gilt auch nach einem positiven Selbsttest. Ein anschließender negativer Schnelltest oder Selbsttest hebt einen positiven Schnelltest nicht auf; nur ein PCR-Test kann dies tun. Vorsichtshalber sollten Sie auch zu Hause bleiben und niemanden treffen, bis das Ergebnis vorliegt.

Auch wer in der Corona-App einen roten Warnhinweis anzeigen kann oder nachweislich als Kontaktpersonen für Infizierte identifiziert wurde, muss einen PCR-Test nicht selbst bezahlen. Das sagt die Prüfverordnung der Bundesregierung. Aber: „Die Entscheidung, ob im konkreten Einzelfall ein PCR-Test durchgeführt wird, trifft aber grundsätzlich der Arzt oder das Gesundheitsamt“, sagte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums. In diesen Fällen besteht kein ausschließliches Recht auf PCR-Tests.

Das können viele Labore gar nicht mehr. Mit der Zahl der Infektionen steigt auch die Nachfrage nach PCR-Tests. Nach Angaben des Berufsverbandes Akkreditierter Laboratorien in der Medizin (ALM) wurden in der ersten Woche des neuen Jahres rund 56 Prozent mehr PCR-Tests von Fachlaboren in Deutschland angefordert als in der Silvesterwoche. ALM-Vorsitzender Michael Müller spricht in diesem Zusammenhang von einem „explosiven Anstieg“.

Vor allem im Norden Deutschlands stoßen immer mehr Labore an ihre Kapazitätsgrenzen. „Was die kostenlosen PCR-Tests angeht, befinden wir uns im Grunde schon in einer Art Triage und müssen mehrmals täglich entscheiden, wo die PCR am wichtigsten ist und wo ein Schnelltest ausreicht“, sagt Marcus Reisiger, der die Unternehmen Corona-Schnellestest- Hamburg veranstaltet die „Wirtschaftswoche“. Ab und zu kommen täglich dutzende Menschen zu ihm, die eine rote Corona-Warn-App zeigen und damit einen kostenlosen PCR-Test fordern; plus Anrufe und E-Mails mit der gleichen Absicht. „Wir müssen ihnen sagen: Das können wir nicht.“ Bei einem positiven Schnelltestergebnis habe man jedoch Anspruch auf PCR-Tests – und werde priorisiert, sagt Reisiger.

Ähnlich äußerte sich Laborbetreiber Thomas Fenner gegenüber dem „Spiegel“: Es sei nicht jedem möglich, sich auf Dauer so zu testen, wie er will. „In seinem Labor gibt es bereits einen Probenstau. Das liegt deutlich über dem, was wir normalerweise verarbeiten“, berichtet er dem Magazin. Er plädiert für klare Richtlinien, wer wann wie getestet werden soll.

Priorisierung ist in Bremen bereits Realität: In einem Schreiben forderte der Krisenstab der Landesregierung die Testzentren auf, zunächst einen Antigen-Schnelltest durchzuführen, wenn die Corona-Warn-App eine rote Warnung erhielt, wie Radio Bremen berichtet. Ein PCR-Test sollte nur durchgeführt werden, wenn dieser positiv ist.

Ziel ist es, die Testkapazitäten nicht weiter zu belasten und die Tests zu priorisieren. Das Robert-Koch-Institut (RKI) formuliert entsprechend: „Um sicherzustellen, dass für die Behandlung symptomatischer Covid-19-Fälle und zum Schutz gefährdeter Gruppen noch genügend PCR-Testkapazitäten vorhanden sind, sollte sichergestellt werden, dass die in der nationalen Teststrategien werden entsprechend priorisiert, wenn die Kapazität begrenzt ist.“

Nach der RKI-Strategie haben Menschen mit Symptomen für einen PCR-Test oberste Priorität. An zweiter Stelle stehen Menschen, die keine Symptome zeigen, aber Kontakt zu bestätigten Infizierten hatten, also Kontaktpersonen sind. Dritte Priorität sind Personen in Gemeinschaftseinrichtungen oder Unterkünften, in denen ein Covid-19-Fall bestätigt wurde. Dazu gehören zum Beispiel auch Kitas und Schulen.

Die Auslastung der Labore ist deutschlandweit sehr unterschiedlich. Während die Lage in München bislang relativ entspannt ist, bilden sich lange Schlangen vor den Testzentren in der Hauptstadt. Vor allem im Corona-Hotspot Neukölln herrscht offenbar immer wieder Verwirrung, wer in der Leinestraße getestet werden darf. „Menschen mit Husten oder Fieber sollen mehrfach weggeschickt worden sein“, sagte ein Kreissprecher des RBB.

Tatsächlich richten sich die Angebote der Berliner Einrichtungen nach Angaben der Gesundheitsverwaltung nur an beschwerdefreie Menschen – eine Sonderregel, die viele offenbar nicht kennen. Wenn Sie jedoch Corona-Symptome wie Fieber, Halsschmerzen oder Husten haben, können Sie einen kostenlosen PCR-Test erhalten; offiziell jedoch nur in den von der Kassenärztlichen Vereinigungen gelisteten Covid-19-Hausarztpraxen. „Verschiedene Hausarztpraxen in Berlin haben sich bereit erklärt, Patienten mit typischen Symptomen von COVID-19 und Verdacht auf eine mögliche Erkrankung zu behandeln, sofern sie keinen Kontakt zum eigenen Hausarzt haben“, teilte die Gesundheitsverwaltung dem RBB mit mit.

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