Dienstag, Januar 25, 2022
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Lage in Kasachstan beruhigt sich, Russland beginnt mit Rückzug "Friedenswächter"

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„Mission erfüllt“: Russland und die anderen am Militärbündnis OVKS beteiligten Staaten fliegen ihre Soldaten aus Kasachstan. Nach Tagen heftiger Unruhen geben die örtlichen Behörden bekannt, dass sich die Lage beruhigt hat. 12.000 Menschen wurden festgenommen und Dutzende starben.

Das von Russland geführte Militärbündnis CSTO hat den Abzug seiner Truppen aus Kasachstan eingeleitet. Die Soldaten haben ihren Einsatz beendet und bereiten nun ihre militärische Ausrüstung für die Verladung in Transportflugzeuge der russischen Luftwaffe vor, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Die Rettungsdienste würden dann zu ihren Stützpunkten zurückkehren.

Nach Angaben des kasachischen Präsidenten und des Militärbündnisses soll der Abzug innerhalb von zehn Tagen abgeschlossen sein. Mit einer feierlichen Zeremonie wurden die Soldaten aus Russland, Weißrussland, Armenien, Tadschikistan und Kirgisistan am Morgen in Kasachstans größter Stadt Almaty verabschiedet. Die von Russland dominierte Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (OVKS) hat nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau „sozial wichtige Gegenstände“ an die kasachischen Behörden zurückgegeben.

Der Rückzug erfolgt nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums in enger Abstimmung mit der kasachischen Seite. Außerdem seien Vorbereitungen für die Verlagerung der Militärtechnik und anderer Spezialausrüstungen an ihre Standorte im Gange, hieß es. Russland hatte den Angaben zufolge in den vergangenen Tagen mehr als 2.000 Zivilisten ausgeflogen, darunter nicht nur eigene Staatsbürger, sondern auch Ausländer.

Nach den Massenprotesten in der vergangenen Woche schickte die OVKS auf Ersuchen des kasachischen Präsidenten Kassym-Jomart Tokayev mehr als 2.000 Soldaten nach Kasachstan. Am Dienstag kündigte Tokajew an, dass sich die „Friedenstruppen“ der OVKS ab heute schrittweise zurückziehen würden.

Ausgelöst wurden die massiven Proteste in der rohstoffreichen Ex-Sowjetrepublik vergangene Woche durch den Anstieg der Gaspreise. Die Proteste weiteten sich später zu regierungskritischen Demonstrationen und Unruhen im ganzen Land aus. Dutzende Menschen wurden getötet und Hunderte weitere verletzt. Tokajew hatte einen Schießbefehl gegeben. Rund 12.000 Menschen wurden festgenommen. Der Präsident verurteilte die Unruhen als „Putschversuch“ organisierter „terroristischer“ Kräfte. Die kasachischen Behörden legten dafür jedoch keine Beweise vor.

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